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Kultur

Jedem Haus seinen Heiligen

In jedem Haus einen Heiligen

In jedem Haus einen Heiligen

Diese Figuren von Heiligen aus Gips werden von umherwandernden Händlern, die nach einem Zeitplan immer wiederkehren, an gläubige Katholiken verkauft. Die wenigsten können den Preis bis zu PHP 3.500 an einem Stück zahlen und lassen sich dann auf Ratenzahlungen ein, die zweimal im Monat fällig werden.

 

Lachende Kinder die nichts zu Lachen haben

Kinder am Meer

Kinder am Meer

Kinder am Meer          Kinder am Meer

Manchmal bringen wir an einem der Wochentage unsere Hunde ans Meer bei uns im Barangay. Ironischerweise wird der verdreckte Stadtstrand hier “Boracay” genannt. Hier nehmen viele Dorfbewohner ihr morgendliches Bad oder suchen bei Niedrigwasser nach essbaren Meeresfrüchten unter den Steinen. Es sind immer irgendwelche Menschen hier. Trinkgelage und Drogensitzungen werden abgehalten und vielleicht der eine oder der andere Teenager hat auf dem weitläufigen Gelände mit Bäumen und Büschen hier seine erste Zigarette oder den ersten Sex.

An diesem Tag ist auch eine kleine Gruppe Kinder mit einem Eimer unterwegs. Was zuerst wie eine Gruppe fröhlich lachender Kinder aussah, entpuppt sich ziemlich schnell als ein zu Tage tretendes Problem der Überbevölkerung in diesem Land. Die Kirche ist nicht weit entfernt von dieser Stelle. Sie ist nicht nur an Sonntagen immer noch gut besucht. Für die Probleme dieser Kinder ist sie aber sehr weit weg und stört sich auch nicht daran.

Die Kinder hatten uns mit den Hunden natürlich bemerkt und beobachten uns. Meine Frau nahm sich immer einen der Hunde und ging mit ihm ins tiefere Wasser, während ich auf die anden am Strand aufpasste. In kurzer Zeit überwanden die Kinder ihre Scheu und ihre Angst vor den Hunden und kamen näher.

Es entwickelte sich ungefähr dieses Gespräch:

Kinder: “Hallo.”

Ich: “Guten Morgen Kinder, was macht ihr schon so früh am Morgen hier?”

Mädchen: “Wir sammeln Muscheln und Meeresfrüchte die wir unter den Steinen finden können bei Ebbe.”

Ich: “Das ist schön aber warum tut ihr das?”

Mädchen: “Sir, unsere Familien haben nichts zu essen. Unsere Eltern haben uns geschickt am Strand was zu essen zu suchen. Sir, hast Du Kinder?”

Ich: “Ja, aber unsere Kinder sind bereits groß und haben ihre eigenen Familien.”

Mädchen: “Sir, willst Du nicht den Jungen hier in der Mitte adoptieren?”

Ich: “Warum fragst du das? Warum sollte der kleine Junge adoptiert werden?”

Mädchen: “Sir, in der Familie sie haben immer nichts zu essen. Da ist kein Geld für die Schule.”

Wie soll ich nun diesen Kindern erklären, dass wir an unsere Hunde jeden Tag mehr Hundefutter verfüttern als die ganze Familie an Essen brauchen würde aber den kleinen Jungen nicht adoptieren will. Diese Kinder gehen noch nicht oder gerade zur Schule und sind psychisch schon geschädigt. Die physische Schädigung durch Unterernährung ist bereits eingetreten oder wird sich in Kürze bemerkbar machen.

Die Kinder sind ja nicht die Einzigen die hier auf der Jagd nach etwas eßbarem sind, die halbe Bevölkerung des Dorfes zieht es hierher und das täglich. Durch die schnellwachsende Bevölkerung und die aus dem bodenschießenden Subdivisions für kleinere und mittlere Einkommen, ist man geneigt zu denken, es geht den Menschen besser. Dem ist nicht so, unten kommt weiterhin nichts an und diese Bevölkerungsschicht wächst noch immer unkontrolliert dank einer noch mächtigen katholischen Kirche, die allerdings langsam an Einfluß verliert.

Armseliges Kirchlein

kleine armselige Kirche

Kleine armselige Kirche

Eine kleine armselige Kirche steht inmitten von Häusern denen sie sich angepaßt zu haben scheint. Es gibt viele solcher kleinen aber armen Kirchengemeinden die ihr Gotteshaus durch Spenden und einfachste Materialien erbaut habe. Hier genügten einige Balken, Bretter und Farbe. Die Kirchenglocke wurde aus einer halben Gasflasche hergestellt.

Öfters habe ich hier schon im Vorbeigehen die Zeremonien von großen Hochzeiten und Beerdigungen gesehen.

Wie ich Gründonnerstag und Karfreitag am Kreuzweg von Malasag erlebte

Karfreitag in Malasag

Gründonnerstag & Karfreitag in Malasag

Es ist frühmorgens am Gründonnerstag, 5.30 Uhr, direkt vor unserer Einfahrt zum Grundstück und Haus hat der Lastkraftwagen, der Pilger zum Bergdorf Malasag, Cagayan de Oro bringen soll, eine Motorpanne.

Die guten Pilger müssen heruntersteigen und sich barfuss auf den noch etwa drei Kilometer langen Weg machen, wenn der LKW nicht in der Zwischenzeit wieder flott gemacht werden kann und sie noch vorher einholt.

Der Fahrer und Helfer bekamen den LKW nach kurzer Zeit wieder flott und fuhren den Pilgern nach...die ganze Geschichte hier.

 

Alte Häuser in Balingasag

Dem Ort Balingasag in der Provinz Misamis Oriental ist im letzten Krieg eine Flächenbombardierung und somit eine Zerstörung des Ortskerns erspart geblieben. Aus diesem Grund gibt es noch sehr viele schöne, alte Holzhäuser.

Das bekannteste ist wohl das Verga Haus.

Alte Häuser in Balingasag

Alte Häuser in Balingasag

Es wird noch ab und zu als Restaurant genutzt. Leider sind fast alle alten Häuser in einem mehr oder weniger erbärmlichen Zustand. Nachbarn, die der Meinung waren, als ich an einem anderen Haus fotografierte, es sei das älteste der Stadt, sagten: “Die Besitzer sind nach Amerika gegangen, es sei keiner mehr von der Familie da, die sich um das Haus kümmern würden.”

Das Verga Haus ist das bekannteste unter den alten Häusern in Balingasag aber nicht das älteste.

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Ein Imbiss aus Kassava

Kassava Imbiss

Imbiss aus Kassava oder der Maniokwurzel

Ein nahrhafter und leckerer Imbiss aus der Maniokwurzel, Kassave oder Kassava. Eingetunkt wird hier in einfach Sojasauce. Andere nehmen dazu die Fischpaste “Ginamos”, aus fermentierten kleinen Fischen aber immer salzhaltig.

Eigentlich ist es ein Essen der einfachen Menschen auf dem Lande. Wenn Städter zu Besuch kommen essen sie es auch gerne.

Sterben in den Philippinen – öffentlicher Friedhof

Sterben in den Philippinen - öffentlicher Friedhof

Sterben in den Philippinen – öffentlicher Friedhof

Die öffentlichen Friedhöfe in den Philippinen geben oft ein groteske Kulisse für einen Film ab. Es wird oft oberirdisch in gemauerten Kammern beerdigt. Dies hier ist einer der öffentlichen Friedhöfe einer größeren Küstengemeinde. Zu dem anderen Friedhof komme ich später zurück, den habe ich nur durch Zufall entdeckt als wir eine Bergstraße herunterkamen. Die führt mitten durch den großen Friedhof. Da muß ich nochmals hin um Fotos zu machen.

Dieser Friedhof befindet sich gleich hinter den Fischerhütten am Wasser in einem Kokospalmenhain.

Auf diesem Friedhof werden beide Möglichkeiten der Beerdigung ihrer Toten genutzt, oberirdisch in Kammern wie auch in Erdbestattungen.

Sterben in den Philippinen - öffentlicher Friedhof

Sterben in den Philippinen - öffentlicher Friedhof

Um Platz zu sparen und es günstiger zu machen werden dann weitere Familienmitglieder mehrstöckig beerdigt.

Alleine traut sich kaum jemand auf den Friedhof. Wenn sie dann aber zu mehreren sind, dann geht es schon. Das zeigt sich besonders am Karfreitag jeden Jahres, wenn die Lebenden eine Nacht mit ihren verstorbenen Lieben auf dem Friedhof verbringen und die Städte ausgestorben sind.

Sterben in den Philippinen - öffentlicher Friedhof

Zu Besuch bei einer Heilerin

Zu Besuch bei einer Heilerin

Zu Besuch bei einer Heilerin

Ich hatte von einer Heilerin in unserer näheren Umgebung gehört. Meine Frau kennt sie persönlich, aus früheren Jahren, als sie noch keine Heilerin war. Statt mit den Hunden den üblichen morgendlichen Weg zu laufen, wollen wir heute diese Frau aufsuchen.

Es sind nur etwa 300 Meter von der Strasse aber sie führen über einen teilweise steilen und unsicheren Pfad.

Wir treffen Violeta Pacheco, 68, im Bett an…weiter

Mittagessen in einer Carenderia

Mittagessen in einer Carenderia

Ein preiswertes aber leckeres Mittagessen in einer Carenderia

Ein preiswertes Essen kann durchaus lecker sein, solange man es mit dem Ambiente nicht so genau nimmt. Dabei gehe ich persönlich lieber in einer urtümlichen Carenderia, Eatery oder wie immer es genannt werden möchte, essen wo die Bedienung wirklich lächelt und wenn sie einen miesen Tag hat, eben nicht; als in einem dieser Nobelrestaurants, wo die Portionen auch nicht größer sind, dafür aber teurer und ich von der Bedienung ein Plastiklächeln erhalte.

Zurück zu unserem Essen in einer Carenderia, wo sich meist Taxi- und Jeepneyfahrer gut schmecken ließen bei Hausmannskost. Wir saßen etwa beengt. Zwei Portionen Reis, dazu hatte meine Frau ein Schweinefleischgericht von dem sie sagte, es schmeckte ihr gut (mir war da zuviel Fettes im Spiel), ich bekam deshalb Hühnerleber mit Herz  und -magen mit einem gekochten Ei in Soße. Für uns gemeinsam gab es sehr schmackhafte Mungosuppe, gemacht mit dicker Kokosmilch und zusätzlich noch eine Schüssel voll kostenloser Brühe wie es Brauch ist. Dazu für jeden ein Kaltgetränk. Das ganze schlug am Ende mit P79 zu Buche.

Sterben in den Philippinen

Sterben in den Philippinen

Sterben in den Philippinen

Auch in den Philippinen wird gestorben. Es gibt viele Bestattungsinstitute mit verschiedenen Möglichkeiten an Räumlichkeiten. Angefangen von einfachen Räumen bis hin zu klimatisierten Räumen mit angeschlossenen Räumlichkeiten zur Übernachtung, WC, Dusche und Bad, sowie einer kleinen Kaffeeküche.

Eine preiswertere Aufbahrung ist in der Wohnung oder im Haus möglich.

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Die Blumengebinde mit den Schleifen sehen hier etwas anders und werden oft auf einem dreibeinigen Gestell aufgestellt. Es gibt natürlich auch kleinere Gestecke die einfach niedergelegt werden.

Für den Westeuropäer gewöhnungsbedürftig sind bei der Aufbahrung die Möglichkeit der halben Öffnung des Sarges, so dass man den Toten noch unter Glas sehen kann.

Hier spielen sich dann oft herzzerreissende Szenen ab.

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Hier treffen sich die Angehörigen, Freunde und Nachbarn und verbleiben oft eine lange Zeit um die Totenwache zu halten. Solange der Leichnam nicht beerdigt ist, muss jemand Tag und Nacht dabei sein. Dazu werden, wie zum Beispiel hier, Kaffee, Limonaden und kleine Imbisse gereicht.

Bei Aufbahrungen zu Hause, kann es schon mal für unseren Geschmack ‘rustikaler’ zugehen. Dort wird dann ununterbrochen Karten gespielt und Alkohol fließt in Strömen. Dabei kann es vorkommen, dass es zu Streitereien kommt und oftmals noch ein oder mehrere Särge dazu gestellt werden müssen.



300x250 Trauer



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