Auf Umwegen nach Baungon

Baungon ist ein landwirtschaftlich geprägter Ort an den Hängen des Mount Kitanglad in der Provinz Bukidnon. Zu erreichen ist die Ortschaft auf der Straße nur von der Stadt Cagayan de Oro aus in der Provinz Misamis Oriental.

Im Dezember 2011 hat der Tropensturm Sendong die Brücke über den Cagayan Fluß hinweggerissen. Ich hatte schon mal über einen Besuch an Silvester 2012, also etwas mehr als ein Jahr nach der Katastrophe berichtet.

AN SILVESTER NACH BAUNGON

Diesmal wollte mein Freund Martin etwas abenteuerliches Erleben und ich zeigte ihm einen Weg durch die Wildnis nach Baungon.

In der Wildnis von Baungon in Bukidnon
In der Wildnis von Baungon in Bukidnon

Wir fuhren morgens nach dem Frühstück von mir Zuhause los. Zuerst in den Stadtteil Camaman-an und von dort über die mittlerweile ausgebaute Straße hoch über dem städtischen öffentlichen Friedhof über einen Bergkamm in Richtung Barangay Indahag. Dort kamen wir dann schon ins Ländliche. Nach Kiliog, kurz bevor es die Anhöhe zum Riverview hochgeht, dort ist diese Abzweigung ohne jegliche Beschilderung in einen Feldweg hinein. Martin wollte es nicht glauben, fuhr dann aber doch hinein.

Der Weg führt uns zu einem Sitio, aber dort wollen wir nicht hin und müssen uns links halten und kommen an ein geschlossenes Tor, was darauf hindeutet, dass wir uns auf privatem Gelände befinden. Einige Frauen und Kinder ‘bewachen’ das Tor und öffnen lachend als sie zwei Langnasen erkennen. Nach einem ‘Salamat’  und winkend fahren wir durch um nach einer Weile am nächsten Tor anzukommen. Dort öffnet uns ein Mann breitgrinsend das Tor und winkt uns durch. Der Weg führt weiter in die Höhe. Bis wir an eine etwa wachelige Brücke kommen.

Hier müssen aber schon ganz andere Fahrzeuge durchgefahren sein, also wird das schon gehen, auch wenn das Holz nicht an allen Stellen einen vertrauenswürdigen Eindruck macht.

In der Wildnis von Baungon in Bukidnon
In der Wildnis von Baungon in Bukidnon

Auf der linken Seite kommt das Wasser vom Berg herunter. Ich weiss, dass es in den Bergen nicht regnet, das Wasser ist braun und dick mit Sedimenten beladen. Also müssen dort weiter oben Goldgräber am Werk sein. Rechts fließt das Wasser ab. In diese Richtung müssen wir auch.

In der Wildnis von Baungon in Bukidnon
In der Wildnis von Baungon in Bukidnon

Wir fahren noch etwas weiter in die Höhe. Ein Kleinbauer mit seinem Wasserbüffel, dem Carabao, kommt uns entgegen. Kurze Zeit darauf kommen wir an eine Stelle mit einem schönen Fernblick gleich über zwei Flußtäler. Da ich heute auch zum ersten Mal hier fahre, verstehe ich jetzt den Namen ‘Riever View’ auf dem Pass oben auf der Straße nach Libona. Man konnte zwar die Einschnitte im Gelände sehen aber nicht die Flüsse.

Dort oben hin müssen wir, dort wo rechts oben im Bild die langen Hallen zu sehen sind. Dort wollen wir nach Überquerung der zwei Flüße auf die Straße nach Baungon gelangen. Dort führt die Straße noch zu einigen agrar-wirtschaftlichen Sitios und die Straße endet später am Fuße des Mount Kitanglad, der sich dort in den Wolken versteckt.

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Hier in der Gegend wird in der Hauptsache Mais und Cassava angebaut. Der Lastwagen ist schwer beladen mit den Feldfrüchten. Wir treffen ihn später wieder.

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Wir kommen am Bubunawan Fluß, einem Nebenfluß des Cagayan Flußes heraus und treffen dort auch unseren Milchschokoladenfluss von vorher wieder. Der mündet hier in den Bubunawan und ergibt ein schönes Bild wie er in den helleren Fluß mündet.

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Hier betrieb bis zum Tropensturm Sendong der städtische Stromversorger ein kleines Hydro-Kraftwerk. Das wurde beim Sturm und der alles verwüstenten Sturzflut total zerstört. Wir sprachen mit dem Wachmann. Er erzählte, dass die Schlafräume der Ingenieure weggerissen worden sei, und dabei seien elf Menschen zu Tode gekommen. Man sei jetzt dabei, das Kraftwerk zu rehabilitieren. Gerade seien die neuen Fluttore aus Osteuropa eingetroffen. Wir wünschen dem einsamen Wächter noch eine schönen Sonntag und fahren über die einzig existierende Brückenverbindung für Fahrzeuge auf die andere Flußseite. Dabei denke ich noch, wie die sauschweren Stahltore wohl über die wackelige Brücke gekommen sein mögen.

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Die Straße wird neu gebaut von der Brücke aus. Sie führt in Serpentinen den Berghang hinauf. Die Hängebrücke die es früher hier mal gab und wo ich freundliche Studenten in den Ferien traf, gibt es seit der Sturzflut nicht mehr. Die Häuser die weiter unten am Fluß standen auch nicht mehr. Auch hier hat es Tote gegeben. Wir schaffen es durch Dreck und Schlamm bis nach oben und sind kurz darauf im Ort Baungon. Martin meint, er hätte Hunger und wir sollten etwas essen.

08-bukidnon-baungon-durch-die-wildnis-014Chato’s Eatery ist geöffnet. Es gibt zwei Tische und wir bekommen leckere Hausmannskost aus den Töpfen. Danach vertreten wir uns noch etwas die Beine bei den Ausstellern, die zur Fiesta ihre Stände aufgebaut haben.

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08-bukidnon-baungon-durch-die-wildnis-016Nachdem Marin nicht das Richtige gefunden hat, fahren wir weiter in Richtung zerstörter Brücke, zum Cagayan Fluß. Vorbei an neuangelegten Reisfeldern direkt neben der Straße.

08-bukidnon-baungon-durch-die-wildnis-017Hier oben war ich schon des öfteren, muss aber noch den Fotobericht schreiben, von einem Ausflug an einem früheren Sonntag in Baungon mit den Menschen hier vom Land. Wir fahren noch die Straße lang, wo wir damals zum Baden im Fluß hingefahren waren.

Oh Schreck, auch hier ist die kleine Brück weg. Die gleich Art wie wir sie am Anfang befahren hatten.  Ich stelle mal zwei Vorher-Bilder und zwei Nachher-Bilder hier ein.  Der Store mit der Karaoke, wo wir nach dem Baden gesessen hatten und noch einige Häuser sind weg. Die Menschen auch.  Das ist jetzt etwas mehr als zwei Jahre her.

Vorher stehen noch am anderen Ende der Brücke die kleinen Hütten an den wir Rast machten – vorher.
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Das ist aus dem kleinen Rinnsal danach geworden – nachher.

08-bukidnon-baungon-durch-die-wildnis-018-nachherAuch auf der anderen Seite der Brücke war der Flußlauf idyllisch anzusehen – vorher.

08-bukidnon-baungon-durch-die-wildnis-019-vorherNun hat man einen provisorische Überquerrung mit Rohren und Beton gebaut, einen sogenannten ‘Spillway’ – nachher.

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Wir fahren noch einige Kilometer weiter aber die Leute sagen, die Straße endet nach rund weiteren zehn Kilometern und es gäbe keine Möglichkeit den dort den Cagayan Fluß zu überqueren. Also kehrt Marsch und runter zum Fluß. Dort soll es eine Hängebrücke für die Fußgänger und eine kleine Fähre für Fahrzeuge geben.

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Also, es gibt die Fähre, sagt man uns. Man sagt auch weiter, die Fähre sei privat und nicht für den öffentlichen Verkehr. Als wir dann erklären, wir seien den ganzen Weg vom Kiliog über die Brücke am Hydro-Kraftwerk gekommen beratschlagen die Jungs. Sie müssten ihren Chef fragen, ob er eine Ausnahme machen kann.

Der Chef ist auf dem Wege mit der Fähre zu unserem Ufer.  Die Fähre wird mit Seilen und einer elektrischen Winde angetrieben und ist genauso abenteuerlich wie die Überfahrt aussieht.

Das Gespräch ist ziemlich kurz, da es wohl Sprachschwieringkeiten gibt. Einhundert Pesos wechseln den Besitzer und wir befinden uns auf der Fähre.

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Am anderen Ende erwartet uns bereits das Gebiet der Stadt Cagayan de Oro wieder. Das Herunterfahren von der Fähre erweist sich als nicht ganz so einfach. Am Ende gelingt auch das Manöver.

Martin will unbedingt noch den Schmutz loswerden und das Auto bekommt eine wohlverdiente Autowäsche und wir einen Capuccino.

Das Sonntagsabenteuer durch die Wildnis nach Baungon ist zu Ende.

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