Hüttenbau nach Fertighausbauart mit dazugehöriger Einweihung

posted in: Alltagsepisoden, Menschen, Orte | 0

Alles begann mit dem 17. /18. Dezember 2011 als uns in Cagayan de Oro der Tropensturm Sendong mit voller Wucht traf. Viele Menschen wurden getötet, viele Menschen verloren alles, ausser ihr Leben.

Dazu gehörte die Schwester meiner Frau. Hier hauste, wohnen kann man das ja nicht nennen, bis vor Kurzem, zehn Monate nach der verheerenden Katastrophe. Sie hätte bei uns unterkommen können aber dann hätte sie ihre Ansprüche verloren. Sie wartet immer noch auf die Fertigstellung ihres kleinen Hauses aus dem Umsiedlungsprogramm.

In der Zwischenzeit hat sich eine kirchliche Einrichtung, nein, es ist nicht die katholische Kirche, darum bemüht, wenn sie ein kleines Grundstück oder eine Erlaubnis beibringen kann, auf einem kleinen Grundstück eine Hütte zu bauen, man ihr die Materialien und Arbeitskraft zum Bau der Hütte geben wird.

Natürlich bekam sie von meiner Frau auf dem Grundstück einen Platz wo sie die Hütte bauen konnte. Das war im September. Im Oktober kam dann eines Tages ein kleiner Lastwagen mit den benötigten Materialien. Sie wurden erstmal bei uns am Haus gestapelt. Die Arbeiter konnten erst in der nächsten Woche kommen, da man noch mit den Arbeiten an anderen Hütten nicht fertig geworden war.

So soll die Hütte mal aussehen wenn sie fertig ist. Vier Mann brauchen dazu zwei Tage wurde gesagt.

In der darauffolgenden Woche ging es dann schon frühmorgens los. Die Materialien wurden zum Bauplatz gebracht. Es wurde gemessen, gesägt und genagelt und in kürzester Zeit waren die Wände fertiggestellt. Das Dach und der Fussboden folgten dann am nächsten Tag.

Es soll eine provisorische Notunterkunft sein. Sie ist nicht als permanente Behausung gedacht, aber wer weiss. Deswegen ist die Hütte auch nicht mit Betonpfosten im Boden verbunden sondern steht wegen der Termiten auf Steinplatten und kann bei Bedarf sogar weggetragen werden.

Die Schwester wollte am 18. Okt., natürlich an einem Tag mit einer acht im Datum einziehen. Das kommt aus dem Chinesischen, wo die acht eine Glückszahl ist.

Bei uns arbeiten einigen junge Männer vom Stamm der Omayamnon. Der Stamm ist in den Bergen hinter der Stadt Malaybalay in der Provinz Bukidnon zu Hause. Diese sollten nun nach ihren Stammesritualen die Hütte segnen. Dazu wurde ein provisorischer, kleiner Altar gebaut. Die wichtigen Utensilien waren ein lebendes Huhn, ein hartgekochtes Ei, ein Glas voll Feuerwasser und eine Kerze.

Unsere jungen Männer gehen jeden Sonntag in eine Kirche bei uns im Dorf zur Messe. Trotzdem haben sie ihre alten Götter nicht vergessen, sicher ist sicher. Es müssen gute Götter sein, denn sie haben bei ihren Gebeten und Anrufen sehr viel gelacht. Leider verstehe ich von ihrem Dialekt gar nichts. Trotzdem ist es schön ihnen zuzuhören. Die Sprache fliesst wie ein ruhiger Fluss, selten ist Ärger in einer der Stimmen zu vernehmen.

Das Huhn musste als Tieropfer herhalten und musste unter dem Altar in einem Erdloch ausbluten. Danach beteten die anderen weiter am Altar und einer musste alle Pfosten der Hütte mit dem Blut des Huhnes bestreichen.

Wir haben jetzt eine neue Nachbarin.


Vorhänge im Landhausstil : Warm und gemütlich mit Flanell-Charakter

Leave a Reply

Your email address will not be published.