Möglichkeiten des Wassertransports

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Dem öffentlichen Trinkwasser aus der Leitung vertrauen in den Philippinen nur noch wenige Menschen. Ob zu Recht oder nicht, kann ich nicht sagen und muss jeder für sich selber vor Ort entscheiden.

Es begann vor einigen Jahren, dass Trinkwasser in grossen 25 l Plastikbehältern von gewerblichen Wasseraufbereitungsanlagen zum Verkauf angeboten wurden. Der Preis ist von den Zeiten der Anfänge sehr stark zurückgegangen und liegt heute in der Stadt Cagayan de Oro bei P35 pro Flasche oder P100 bei der Abnahme von drei Flaschen. Für diesen Preis wird das Wasser frei Haus geliefert.

Trinkwasser Transporte
Trinkwasser Transporte

Dieser junge Mann hat daraus ein kleines Geschäft für sich entwickelt, sein Motorrad mit einfachen Mitteln umgebaut und transportiert damit wohl 8 – 10 dieser Wasserflaschen vom Wasseraufbereiter bis zum Kunden und verdient dabei nicht schlecht. Er kauft die Flaschen zu einem Preis von P10 ein.

Hier müssen die Kinder mithelfen, das Wasser für mehrere Familien täglich zu besorgen. Diese Stelle ist ungefähr einen Kilometer vom National Highway entfernt und fast 100 Meter über dem Meeresspiegel. Obwohl Stadtgebiet gibt es hier keine öffentliche Wasserversorgung. Das Wasser kommt von einer kilometerweit entfernten Quelle, die früher vom öffentlichen Wasserwerk genutzt wurde. Die Menschen in den armseligen Hütten können sich eine eigene, private Wasserleitung nicht leisten. Sie müssen, das Wasser bei Jemandem holen, der eine eigene Leitung hat und pro Kontainer bezahlen oder das Wasser stehlen.

(Da diese Menschen in der Regel einmal im Jahr Nachwuchs zeugen, werden die Verbraucher immer mehr und es wird nicht mehr allzulange dauern, bis es zu offenen Konflikten über Wasser kommen wird.)

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Das Wasser für die Stadt Cagayan de Oro wird noch aus Tiefbrunnen gefördert, was in Kürze aber für die Einwohnerzahl nicht mehr ausreichen wird. Öffentliches Wasser wird nur in Subdivisions in den höheren Lagen hochgepumpt, die dann selber riesige Wassertanks in den Subdivisions stehen haben um dort fliessendes Wasser in den Wohnungen und Häusern zu gewährleisten.

Die Bewohner der Hütten oder alleinstehender Häuser müssen sehen wie sie an Wasser kommen. Das Gleiche, was die beiden Jungs auf den vorhergehenden Bildern gemacht haben, wird dort auf etwa ähnliche Weise gemacht.

Die hölzernen Transportfahrzeuge sind stabiler, haben gummibeschlagene Holzräder mit einer ebenso gummibeschlagenen Bremse, einer Seillenkung , und werden von dem hinten auf dem Gefährt sitzenden Fahrer geführt. Für die Bergauffahrt, mit voller Wasserlast, werden diese Gefährte hinter langsam die Serpentinen hinaufschleichenden Lastkraftwagen mit Seilen lose festgemacht. Dieses Seil kann der Führer des Gefährts jederzeit lösen, somit braucht das Zugfahrzeug nicht anzuhalten und wieder anzufahren.

Runter geht es dann ziemlich einfach mit einem Stossgebet gen Himmel, dass die Bremsen halten mögen.

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Diese Karre hier ist auf dem hier vielbefahrenen, vierspurigen National Highway auf ebener Strasse unterwegs und mit leeren Kontainern beladen, unterwegs zur Wasseraufnahme. Ich hatte das Zuggespann einige hundert Meter vor mir herfahrend. Als der Führer der Karre eine Lücke im Gegenverkehr sah, löste er blitzschnell die Zugleine und schoss mit der Restgeschwindigkeit über die Gegenfahrbahn zu seiner Wasseraufnahmestelle.

Einen Bericht über so eine Fahrt werde ich mal in absehbarer Zeit zusammensstellen.

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Dieser Wasserhändler hat sich seine Kunden auf einem öffentlichen Markt in einem grossen Dorf gesucht und bedient sie regelmässig aus seinem zum Wassertanker umgebauten Pumpenmotor-Motorrad.



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