Wasserversorgung wo die Stadtwerke nicht hinkommen

In all den Jahren bin ich noch nicht bis zu der Stelle gekommen, wo wir zu Anfang vor rund 35 Jahren unser damals noch Trinkwasser und bis heute unser Brauchwasser herbekommen.

Ab diesem Foto betrete ich Neuland, weil man mir immer gesagt hat, der Weg ist schwer zu begehen, weil er teilweise am Abhang liegt. Auch die Wasserentnahmestelle soll sich an einer steilen Stelle befinden.

Wir haben dieses Jahr den schwersten El Nino überhaupt. Die Quelle für das Wasser ist nicht versiegt, sie gibt aber weniger her und dass, für immer mehr Menschen.

Hier gab es damals am Anfang noch keine Häuser und schon gar keine Siedlung.

PHILIPPINEN BLOG - Die eigene Wasserversorgung Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG – Die eigene Wasserversorgung
Foto: Sir Dieter Sokoll KR

 

Das hier Menschen wohnen, macht sich wenige Schritte weiter durch den ersten weggeworfenen Müll bemerkbar. Es tut mir leid, das so krass sagen zu müssen, die meisten Filipinos sind nicht dadurch, dass sie zweimal am Tag duschen und sich zwischen den Beinen waschen sauber. Sie mögen zwar gut riechen, wenn sie aus dem Haus gehen, man muss aber schon sehen, wie sie die Stellen verlassen wo sie sich gewaschen haben. Das kann man auf alle Gesellschaftsschichten übertragen. Aber schauen wir weiter.

PHILIPPINEN BLOG - Die eigene Wasserversorgung Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG – Die eigene Wasserversorgung
Foto: Sir Dieter Sokoll KR

 

Die Wasserschläuche werden immer mehr und es ist erstaunlich, wie jeder weiß, welches seiner ist.

Dieser Mann holt Wasser aus einem Schlauch der ihm nicht gehört, denn sonst ginge der Schlauch ja bis zu seinem Haus. Wenn der Schlauchbesitzer Glück hat, verschließt er den Schlauch nach der Wasserentnahme. Es wird, aus welchen Gründen immer, gerne vergessen. Ein Schelm wer sich dabei etwas Böses denkt. Kann sein, dass die armen Menschen durch das tägliche viele Nichtstun überlastet sind.

PHILIPPINEN BLOG - Die eigene Wasserversorgung Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG – Die eigene Wasserversorgung
Foto: Sir Dieter Sokoll KR

 

Wir befinden uns nun an der Hangseite der Straße, die befindet sich weiter oben.

Wasserleitungen, Schweineställe aus denen die Gülle läuft und freilaufende Ferkel. Dazwischen die Wassertonne wo man sich wäscht, duscht oder Wäsche wäscht, alles dekoriert mit farbenfrohem Müll. Es muss von den Menschen so gewollt sein, denn es wäre so einfach, dass in einem Behälter zu sammeln.

Sich im Dreck wohlzufühlen hat nichts mit Armut zu tun.

PHILIPPINEN BLOG - Die eigene Wasserversorgung Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG – Die eigene Wasserversorgung
Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG - Die eigene Wasserversorgung Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG – Die eigene Wasserversorgung
Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG - Die eigene Wasserversorgung Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG – Die eigene Wasserversorgung
Foto: Sir Dieter Sokoll KR

 




Von hier hinten sehen die Häuser ganz anders aus, als oben von der Straße aus.

Unter einem der Häuser liegt aufgewickelter Schlauch. Alle grinsen, keiner glaubt, dass die Hausbewohner ihn selber gekauft haben.

Gebaut wird, wie man es kennt, ohne jegliche Planung und die engen Wege sind winkelig. Nun ist es trocken, bei einem Gewitter oder in der Regenzeit werden diese Wege zwischen den Häusern zu Sturzbächen.

PHILIPPINEN BLOG - Die eigene Wasserversorgung Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG – Die eigene Wasserversorgung
Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG - Die eigene Wasserversorgung Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG – Die eigene Wasserversorgung
Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG - Die eigene Wasserversorgung Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG – Die eigene Wasserversorgung
Foto: Sir Dieter Sokoll KR

 

Einige Häuser mögen niedlich aussehen, trotzdem ist es pure Armut. Hier wachsen ganze Generationen von Kindern auf, die eigentlich nichts anderes sind, wie eine Viehhaltung der paar richtig reichen Familien des Landes. Hier lernen sie, sich im Dreck wohlzufühlen.

Später werden sie vielleicht als einfache Arbeiter ins Ausland gehen, das Geld den Daheimgebliebenen schicken, damit diese es in den Konsumtempeln eben dieser paar Familien ausgeben können. Vielleicht werden die Mädchen auch in der Prostitution landen, wer weiß es?

PHILIPPINEN BLOG - Die eigene Wasserversorgung Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG – Die eigene Wasserversorgung
Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG - Die eigene Wasserversorgung Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG – Die eigene Wasserversorgung
Foto: Sir Dieter Sokoll KR



 

Hier wurden mit einem kleinen Platz gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Man hat einen Platz für Müll und mittendarin eine Tonne für die Wasserentnahme der umliegenden Häuser.

Da müssen wir nun durch, um an einem eingezäunten Grundstück vorbeizukommen.

Da liegen die schon die Schlauchleitungen dicht an dicht-

PHILIPPINEN BLOG - Die eigene Wasserversorgung Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG – Die eigene Wasserversorgung
Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG - Die eigene Wasserversorgung Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG – Die eigene Wasserversorgung
Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG - Die eigene Wasserversorgung Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG – Die eigene Wasserversorgung
Foto: Sir Dieter Sokoll KR

 

Wir haben die Wasserzapfstelle erreicht. Der junge Mann zeigt uns unseren Anschluss. Wir haben noch das Glück ziemlich weit vorne zu sein.

Das Metallrohr gehört zu einer aufgegebenen Wasserleitung der städtischen Wasserwerke. Sie stammt von einer weiter entfernt liegenden Quelle, die mit Kies und Wasserfiltern einbetoniert wurde.

Von dieser Zapfstelle bis einige Kilometer zu uns als Endstelle, muss die Schlauchleitung täglich kontrolliert und gegebenenfalls repariert werden, wenn irgendwo eine Kuh auf den Schlauch getreten hat oder irgendjemand Wasser entnommen hat und nicht wieder ordentlich verschlossen hat.

Es kann auch passieren, dass jemand der kein Wasser in seiner Leitung hat, eine andere öffnet und an seine anschließt. Der Kontrolleur muss da schon genau hinsehen und die seinige Leitung genauestens kennen, um das zu erkennen.

Wir suchen uns einen Aufstieg zur oben vorbeiführenden Dorfstrasse. Es sieht im Original alles schlimmer aus, als es die Bilder zeigen können.

PHILIPPINEN BLOG - Die eigene Wasserversorgung Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG – Die eigene Wasserversorgung
Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG - Die eigene Wasserversorgung Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG – Die eigene Wasserversorgung
Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG - Die eigene Wasserversorgung Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG – Die eigene Wasserversorgung
Foto: Sir Dieter Sokoll KR

 

Oben angekommen, gaukeln uns die Bilder schöne Häuser vor. Wir haben nun die Rückseiten gesehen.

Bis vor wenigen Jahren war die Straße noch nicht betoniert und nicht mal mit dem Bulldozer geebnet. Menschen haben sich einfach hier niedergelassen und es sind immer mehr geworden. Irgendwann wurde die Stadt darauf aufmerksam und der zuständige Kongressmann besorgte Gelder. Damit wurde die Straße und die Elektrizität finanziert.

Nun spricht man davon, auch eine Wasserversorgung aufzubauen. Es war schon für den Anfang einmal Geld vorhanden. Am Ende scheiterte es an der Lokalpolitik. Es hatte sich eine Coop gebildet, die den Bau und die Instandhaltung und Abrechnung machen wollte. Das Geld hatte allerdings der Schatzmeister des Barangays erhalten. Der gehört aber der Partei des ehemaligen Bürgermeisters an. Es kam zum Streit. Das Geld wurde der Stadt zurückgegeben.  Deswegen müssen sich Hunderte von Anwohnern mit dieser Situation begnügen.

Nun wird das Wasser knapp und in wenigen Monaten sind Wahlen. Der jetzige Barangay Captain ist in Panikmode. Er sieht viele Stimmen davonfliegen.

Es könnte alles so schön sein in den Malasag Hills.

PHILIPPINEN BLOG - Die eigene Wasserversorgung Foto: Sir Dieter Sokoll KR
PHILIPPINEN BLOG – Die eigene Wasserversorgung
Foto: Sir Dieter Sokoll KR