Eine unwahrscheinliche Touristenattraktion in der Provinz Sulu – Camp Bud Datu in Jolo

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frei übersetzt nach einem Text mit Bildern von CRISELDA YABES

 

Der Ort Jolo gesehen vom Hügel mit Camp Bud Datu

Vom Balkon des Marine Battalion Hauptquartiers in Camp Bud Datu – Der Hügel der Herrscher – sieht man unter sich Jolo, friedlich und manchmal trübselig, auf trügerische Weise, die Gewalt versteckend, welche die Insel für Jahrzehnte heimgesucht hat.

Was Bud Datu so ungewöhnlich macht, ist der militärische Stützpunkt auf dem Hügel gleich ausserhalb der kleinen Provinzhauptstadt, die schon konstante Übergaben militärischer Posten an dieser strategischen Stelle gesehen hat. Es war die Idee des Militärs, mit den Jahren dieses Sperrgebiet, in einen Touristenspot zu verwandeln.

Vor dem Ausbruch der seperatistischen Rebellion in den 1970er Jahren, war dies ein Park zum Picknicken, so lange ich mich an meine frühe Kindheit erinnern kann. Wenn ich mich wieder auf der Insel befinde, versäume ich niemals, Bud Datu zu besuchen.

Man macht seinen Weg bergauf, hinter den Kontrollstellen auf der Strasse, die Atmosphäre wechselt zu einem Geruch von Wald und Affen die überraschend aus dem Nichts erscheinen. An meinem letzten Besuch im April habe ich mehr Vögel gesehen als jemals zuvor: Pirole, Drongo und einige Haarvögel und Fächerschwänze.

Camp Bud Datu auf dem Hügel, gesehen vom Hafen in Jolo aus

Wir beginnen den Spaziergang in der Frühe. Mein Freund, ein Marineoffizier, der dieses Camp kennt, seit er hier Kommandeur für mehr als zwölf Jahre war und ich, teilen Erinnerungen an diesen Ort, als er fast zerstört war. Damals , nur die unwirkliche Aussicht auf Jolo hielt uns zusammen.

Er wartete auf dem Balkon mit einer Tasse Kaffee, der Sonnenaufgang liess sich im Osten erahnen. Ich wohnte im “Gästehaus”, einem Neubau neben den Offiziersunterkünften, das als einfache Gemeinschaftsunterkunft begonnen wurde, bis ein Armeeoffizier von einem vorhergehenden Besuch eine Vorstellung davon bekam, aus Bud Datu ein eco-touristisches Ziel zu machen und den Besuchern die stolze Insel erneut zu zeigen.

Ich war es gewöhnt in einem Raum auf einem Klappbett zu schlafen, meist muffig und dunkel. Diesmal hatte ich ein richtiges Bett mit frischen Laken und einer Decke und die kühle Bergluft flutete durch das Fenster. Ich hatte das Bedürfnis den Raum zu dekorieren, anzustreichen in Farben, die ich mag und die geschmacklose Gardine wegzunehmen.

Das Zimmer hatte eine kleine Küche, einen Esstisch und einen Ankleideraum mit Badezimmer und Dusche, eine Rarität in den meisten Camps. Als ich den Kommandeur fragte ob ich bestimmte Besonderheiten wissen sollte, weil ich schon einige Badezimmer in Armeeaussenposten kennengelernt hatte, sagte er nur: “Die Spülung funktioniert.” Wir beide wussten über die Bedeutung diesen Umstandes des Luxus.

Es hatte etwas aussergewöhnliches auf sich für das Militär, so etwas in Angriff zu nehmen.  Aber es wurde etwas daraus; nicht nur das Gästehaus wurde Wirklichkeit, auch das bekannte in der Nähe liegende Grabmal des berühmten Rajah von Sulu wurde renoviert und zu einer Pilgerstelle hergerichtet, umgeben von einem Park mit märchenhaften Gazebos und wohlriechenden Ylang-Ylang Bäumen.

Wenn es regnet, und das tut es normaler Weise, wäscht sich die rote Erde von Bud Datu abwärts in einem erstaunlichen Bild der Natur. Der Regen alleine kann einem das Gefühl geben, in eine andere Welt versetzt worden zu sein und man sollte einfach nur schauen.

Das Militär verbreitet keine Propaganda, wenn es sagt, der Platz sei eine Oase für die Artenvielfalt. Als wir unseren morgendlichen Rundgang im Camp machen, denke ich in was für eine Aufregung wohl ein Botaniker oder Vogelkundler hier kommen würde.  Der Pfad ist immer noch nass vom gestrigen Regenschauer, und die zu Boden gefallenen Blätter verleihen dem Boden einen Anflug von Herbst.

Viele Male bin ich hier gelaufen, familiär mit den Spuren der Militärfahrzeuge, den Barracken, den Kurven und Hängen, welche die Meisten der Aussenstehenden niemals zu Gesicht bekommen werden. Egal, Besucher zieht es normaler Weise zu dem Grabmal und dann zurück zum Hauptquartier für einen Kaffee und traditionellem Gebäck.

Unter dem Vordach gibt es einen hübschen Vogelkäfig und es gibt auch einen gepflegten Garten. Zusätzlich zu dieser neuen, angenehmen Umgebung wird in einer Fotogallerie gezeigt, was es mit Bud Datu auf sich hat. Wenn nicht die Haubitzen über das Camp verteilt wären, alles würde normal erscheinen für Sulu.

Hier, oben auf dieser kleinen Welt, bin ich sehr zufrieden; nach dem frühen Morgenspaziergang zum Denkmal, ein bisschen die Vögel beobachtet. Jetzt ist das Frühstück auf dem Balkon fertig. So wie ich gedacht hatte, frisch gepflückte Pacofarne aus dem Wald, eine Spezialität wenn ich da bin. Als Salat zubereitet. Ich hatte vergessen dem Stationsjungen ein Omeletrezept zu geben. Beim nächsten Mal, es würde mich nicht überraschen, wenn Camp Bud Datu mit einem eigenen Menü für seine Gäste aufwarten würde. Gäste die vielleicht eine eigenartige Freude verspüren, Jolo aus einer Distanz zu sehen, eine Aussicht, wie man meint, der sich niemals verändert und einen doch wundern lässt über den Sinn von all den Kriegen.

Besucher und Gäste für Bud Datu können sich im Bürgermeisteramt oder in der Provinzverwaltung von Jolo erkundigen. Air Philippines fliegt dreimal die Woche von der Stadt Zamboanga aus nach Jolo. In Zamboanga kann man auch Erkundigungen im regionalen Touristenbüro neben dem Lantaka Hotel by the Sea einholen.



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