PHILIPPINEN REISEN BLOG - Besuch beim Stamm der Batak in Palawan

Der Stamm der Batak von Palawan

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Der Stamm der vor 50.000 Jahren ankam – Batak

 

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Besucher brauchen einige Stunden durch den Dschungel und müssen dabei Flüsse überqueren, bevor sie zu einem der ältesten Stämme der Philippinen vordringen. Es gibt kleine Anzeichen der Moderne, aber im Allgemeinen lebt diese Stammesgemeinschaft nach der alten Tradition. Bekleidung ist optional und Babies und Haustiere spielen zusammen zwischen den Hütten.

Dies ist der Stamm der Batak, von denen Wissenschaftler annehmen, dass sie vor rund 50.000 Jahren als die ersten menschlichen Siedler über eine Landbrück vom asiatischen Hauptkontinent in den Archipel kamen. Heute sind nur noch wenige Hundert von ihnen übriggeblieben und die sind durch unterschiedliche Gefahrn in ihrer Existenz bedroht.

Diese Gemeinschaft lebt in den Urwäldern des nördlichen Teils der Insel Palawan. Die Reise began in der Provinzhauptstadt Puerto Princesa mit einer dreistündigen Fahrt. Auf der Strasse traf ich meinen einheimischen Führer, der genau weiß, wo die Batak Gemeinschaft zu finden ist. Wir machten uns zu Fuß auf den Weg durch das dichte Grün.

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Mein Führer ging voraus und wir waren bereits mindestens eine Stunde unterwegs. Ich hatte das Gefühl für Zeit bereits verloren und hörte nur noch das Wasser im Fluss und die Vögel in den Bäumen.

Endlich in der Gemeinschaft der Batak angekommen und von einigen lächelnden Menschen empfangen worden. Andere ignorieren mich einfach und gehen ihren Arbeiten nach. Auf die Frage ob dich fotografieren dürfe, bekomme ich eine positive Antwort. Es gibt eine deutliche Sprachbarriere, so versuche ich es mit Händen und Füssen und Grimassen. Den Kindern scheint es zu gefallen, die Erwachsenen sind weniger beeindruckt.

Ich treffe auf den Anführer des Stammes, der vielelicht in seinen 50er Jahren sein mag. Er schaut gebrechlich und müde für sein Alter aus. Er ist deutlich älter, als der Rest der Gemeinschaft.

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Auf dem Weg zum Beginn des Fussmarsches hatte ich Lebensmittel für den Stamm eingekauft. Dabei folgte ich den Vorschlägen, die ich vorher erhalten hatte. So waren in dem großen Karton Kaffee, Zucker, Dosenmilch, Reis, Noodeln und Kekse. Diese Artikel waren im Grund mein Eintrittsgeld in die Welt des Stammes der Batak.

Touristen kommen hier nicht allzuviele und das ist auch gut so. Das Dorf ist nicht als Touristenziel erbaut, trotzdem freuen sich die Bewohner über ein Interesse an ihrem Leben und ihrer Existenz. So, anstatt einem Eintrittsgeld für Besucher, wird eine Spende in Form von Lebensmitteln erwartet.

Nachdem ich mein Geschenk übergeben hatte, hatte ich ein Gespräch mit dem Stammesanführer der Batak Gemeinschaft durch einen Dolmetscher. Er erzählt mir, dass hier 48 Familien in der Gemeinschaft leben. Man versuche hier so gut es geht nachhaltig zu leben, man brauche aber Geld, um mit der modernen Welt zu interagieren. Dies verdienen diese Menschen mit der Ernte, was sie “copal” nennen. Das ist ein Harz, welches von Bäumen gewonnen wird, die hierfür angeritzt wurden und der austretende Saft aufgefangen wird. Gebraucht wird diese Resina für die Lackherstellung.

Das Problem ist, dass diese Bäume nicht in der Nachbarschaft der Gemeinschaft der Batak wachsen. Die Männer müssen mindestens einen halben Tag oder länger durch den Dschungel laufen, um sie zu finden. So gehen die Männer für mehrere Tage weg und ernten so viel copal sie in Säcken Heim tragen können.

Nun weiß ich wo die jungen Männer alle sind. Unterdessen beschäftigen sich die Frauen mit zwei Dingen. Sie gehen entweder mit den Männern und kümmern sich während des Trips ums Kochen und Waschen oder sie bleiben daheim und passen auf die Kinder auf. Das sind manchmal ihre eigenen aber die Kinder von anderen Familien, deren Frauen mit den Männern unterwegs sind.

Im und um das Dorf herum ist das Leben betulich. Nackte Kinder rennen umher und spielen mit Stöcken und Bällen. Barbusige Frauen passen auf sie auf oder stillen sie. Einige Frauen waschen, ein Mann repariert eine Hütte. Ein paar junge Männer stellen Speere für die Jagd her.

Das heißt aber nicht, dass der Batak Stamm keine Probleme hat. Die Existenz wird durch Dinge wie Fortschritt und Intervention beeinflusst. Ihr Stammesland wird als Schutzgebiet erklärt, was ihre Möglichkeiten zur Jagd, Holzeinschlag und Landbesitz problematisch macht. Gesundheitsprobleme durch Malaria, Masern und Tuberkolosis sind größer als in der Mainstream Gesellschaft.

Der Stamm der Batak ist die am Meisten gefährdete Gemeinschaft von drei Hauptstämmen in Palawan. Auch wenn sie zur Zeit überleben, ist die Zukunft für sie ungewiss. Viel ihrer traditionellen Kultur ist bereits verlorengegangen und schreitet weiter voran in der verbliebenen Bevölkerung.

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Quelle: Bilder und Text (frei übersetzt) von timetravelturtle