PHILIPPINEN REISEN BLOG - Kalinga-Friedhof in Tabuk

Kalinga Friedhof zieht Touristen an

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Lange bevor der Maurer Vicente Agayao aus der Stadt Tabuk, in der Provinz Kalinga, bekannt als schwerer Trinker, starb, hatte er seinen Freunden aufgetragen, an seinem letzten Ruheort möge der Grund seines Todes angegeben werden.

Im Jahre 2016 starb Vicente am Missbrauch des Alkohols. Gemäß seinem Wunsch wurde an seiner Grabstätte auf dem öffentlichen Friedhof im Barangay, an der Strasse nach Tuguegarao eine 1,5 Meter hohe Betonflasche auf einer Fläche von 1,2x1,2 m in Form einer Ginflasche angebracht - seinem Lieblingsgetränk.

Es sind rund 20 solcher einzigartigen Grabstätten auf diesem Friedhof zu finden. Darunter eine Kapelle, eine Burg, ein Auto, ein Flugzeug und entliche Tiere. Diese Gräber haben den Nambaran Friedhof zu einer Touristenattraktion werden lassen. Einheimische und ausländische Touristen werden hier oft gesehen, wenn sie hier Fotos machen.

Der Bewohner Silverio Daluping von Nambaran sagte, Agyao wurde zum Teil dieses Spektakels nachdem seine Freunde, ebenso Maurer Ignacio Baguiwan und Peter Bangayon seinem Wunsch entsprachen.

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WAS SIE IM LEBEN WOLLTEN, BEKAMEN SIE IM TODE. Eine Mutter die sich Sportschuhe für ihre Kinder gewünscht hatte, bekam ein Grab in Form von Schuhen; eine Frau die sich Enkel gewünscht hatte, bekam ihre letzte Ruhestätte unter einem Flugzeug, im guten Glauben damit in den Himmel zu fliegen und ihre Wünsche selber vorzutragen.

Daluping kann sich an die späten 90er Jahre erinnern, als Mitglieder des Tulgao Stammes nach Nambaran kamen. Unter ihnen auch Agyao. Diese hatten einen Ruf gewalttätig zu sein und in Strassenräuberei und illegaler Siedlung involviert zu sein.

Unter den Opfern dieser Gewalt befand sich auch der röm.-kath. Bischof Carlito Cenzon und sein Fahrer. Ihre Hände waren abgeschlagen worden, nachdem sie einem Kind helfen wollten, welches von ihnen angefahren worden war.

Agyao und seine zwei Freunde belastete, dass sie im Dorf nicht anerkannt wurden. So versuchten sie einen Weg zu finden, der die Mitglieder des Stammes für die anderen Menschen im Dorf akzeptabel machen würde, sagte Daluping.

Das Brainstorming der Drei endete, als der New People's Army Guerilla rolando dela Cruz durch das Militär in 2002 hier getötet und in einem Grab mit einer Hammer und Sichel Dekoration beerdigt wurde.

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Das war der Zeitpunkt, als die Drei sich dazu entschlossen einzigartige Gräber zu schaffen, an denen man erkennen konnte, wofür der Tote zu Lebzeiten gestanden hatte, was seine Wünsche waren und wie er in Erinnerung behalten werden mochte.

Daluping sagte, sie hatten gehofft mit den einzigartigen Gräbern würden die Menschen des Dorfes zum Friedhof kommen und danach irgendwie mit den Mitgliedern des Stammes kommunizieren.

Das erste Grab dieser Art wurde das von Sakgod Ya-o, der nicht lange nach dem Tode von dela Cruz starb und ein konvertierter Christ war. So konstruierten die Drei ein Grab in Form einer Kapelle.

Die Nächste war Helen Ya-o, deren Grab in Form von Sportschuhen gestaltet wurde. Sie hatte ihrem Neffen Banatao Baguiwan aufgetragen, Sportschuhe für ihre Kinder zu kaufen. Aber alles was dieser nach Hause brachte waren Flip-Flops. In ihrem Tod wird an ihren Wunsch erinnert und das Grab wurde mit dem Namen "Adidas".

Es war Helen Sawadan, die immer wieder davon sprach, wie gerne sie Enkelkinder hätte. Alle ihre fünf Kinder hatten keinen eigenen Kinder. Sie wünschte sich so sehr, dass wenn sie sterben würde, sie sich sofort auf den Weg zu Gott machen würde, um eine Petition einzureichen, damit sie Enkelkinder bekäme.

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Helen starb in 2009, die Maurer bauten für sie ein Grab in der Form eines Flugzeuges und begründeten es damit, dass dies wohl der schnellste Weg sei, den Himmel zu erreichen und die Petetion abzugeben.

Auch in 2009 starb Piwa Ngaya-an, der als letzten Wunsch angegeben hatte, sein Enkelkinder Manila zu sehen. Er starb ohne sie gesehen zu haben. Seine letzte Ruhestätte wurde in der Form eines Taxis erbaut, mit dem er hätte nach Manila fahren können, wenn er nicht vorher gestorben wäre.

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Über Helen Agpad wacht eine Taube. Als sie starb, war sie die Verwalterin einer Farm auf der es viele Tauben gab. Auf dem Grab von Layugan Uyam Malannag steht das Pferd des Malrboro Mannes. Malannag rauchte keine anderen Zigaretten als nur Marlboro.

Dann starb in 2015 Juan Edduba. Er hatte seine letzten Worte in der Tulgao Gemeinschaft in Nambaran, wo er als Stammesführer und als Friedensstifter in der Provinz anerkannt war. Die Maurer bauten ihm ein erhöhtes Grab mit einem Tisch und einem Richterhammer und einem Dach.

Die bisher letzte Ergänzug an einzigartigen Gräbern ist eine Guitarre. Die beiden Maurer Bangayon und Baguiwan fühlten, dass sie dies dem jungen Jimboy Layugan schuldig wären. Der hatte gerade seine Kollegeausbildung abgeschlossen, als er bei einem Motorradunfall ums Leben kam. Der junge Mann hatte ein Talent zum Singen und Gitarrespielen.

Daluping erzählt, dass in einigen der Gräber, die Toten direkt in der Struktur begraben wurden, aber auch wie zum Beispiel bei dem Hubschrauber von Biyada Angiwot, die sterblichen Überreste unter der Struktur begraben liegen.

Die Maurer haben im Allgemeinen absolute Freiheit bei der Gestaltung der Gräber. In den meisten Fällen sehen die Familien das ungewöhnliche Grab erst am Tage der Beerdigung. Der Tulgao Stamm beerdigt seine Toten am 4. Tag. Die Maurer müssen die Gräber innerhalb von 3 Tagen fertiggestellt haben und machen nur noch kleinere Arbeiten nach der Beerdigung.

Die Tourismusbeamtin Arlene Ethel Odiem sagt, ihr Büro sieht den Friedhof als ein unbedingtes Ziel von Besuchern an, nicht alleine wegen der ungewöhnlichen Gräber, sondern auch wegen der Mitteilungen, die diese darstellen.

So hat nun die Gemeindeverwaltung beschlossen, einige Verbesserungen vorzunehmen und den Zaun und den Eingang neu zugestalten.

Das Gemeinderatsmitglied Tony Ngaya-an sagte, der Friedhof sei immer mit in den Entwicklungsplan einbezogen worden und man werde in Zukunft eine Wasserversorgung und Toiletten für Besucher dort haben.

 

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DIE PROVINZ KALINGA