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Fahrt zu den Camotes Inseln – 06

 



 

 

Außerhalb von Liloan befindet sich eine große Wegegabelung. Dort führt eine Straße rechts ab zu dem Ort Saint Bernhard und weiter auf der Küstenstraße, die später wieder auf die AH 26 führt und weiter zur Stadt Tacloban.

Es sind nur 13 Kilometer bis zur Gemeinde Saint Bernhard.

Hier beginnt nun eine Geschichte innerhalb der Geschichte. Sie beginnt im Jahre 1976. Das war das Jahr, als ich zum ersten Mal auf die Philippinen flog, um zu heiraten. Das war als Frauchen 21 Jahre alt war und mit ihrem damaligen Mann, ihrem ersten Sohn der gerade 1 1/2 Jahre alt war und sie im 7. Monat schwanger mit ihrer ersten Tochter, hier in Saint Bernhard nach einer gefährlichen Banca-Fahrt ankamen. Sie kann sich noch erinnern, wie nach der illegalen Überfahrt der Bootsführer gerufen hat: Rennt, Leute rennt! Nur wie sollte sie mit dem Sohn auf dem Arm und dem dicken Bauch rennen. Der Mann wollte ihr seine „reichen“ Verwandten zeigen und Eindruck schinden. Nun ist das Jahr 2016 und der Sohn, der erst im Jahre 1980 als letztes Kind des Paares geboren werden sollte, sucht hier nach seinen Wurzeln und einem eventuellen Erbe seines Vaters.

 

EIN JUNGER MANN SUCHT SEINE HERKUNFT

Wir suchen Moses und finden Felicidad

Also biegen wir hier ab und fahren nach Saint Bernhard und beginnen mit der Suche nach den Verwandten, nach all den Jahren. 

Mutter und Sohn sind aufgeregt vor lauter Erwartung, von der sie nicht wissen, wie diese ausfallen wird. 

Ich fahre in den kleinen Ort und wir suchen die Kirche. Frauchen kann sich an die Kirche erinnern, an eine Brücke über einen Fluss und an einen Markt, der nicht weit von der Kirche war. Dort waren sie einkaufen gegangen. Alles war da.

An einer Bäckerei fragen wir mal nach dem Familiennamen, ob den hier jemand kennt.

Tatsächlich, hat man schon mal gehört. Wir sollen mal die Straße an der Kirche weiterfahren. Frauchen fragt erneut eine Passantin. Die stutzt und meint, ja, kenne sie. Aber sie soll mal kurz warten, dahinten käme ihre Freundin und die müsste die Frau kennen.

Kurze Besprechung der beiden Frauen. Ja, hier in der Seitenstraße, direkt am Wasser, da wohnt eine Witwe mit diesem Familiennamen. Dort gehen Mutter und Sohn mit klopfendem Herzen hin und es dauert lange bis sie wiederkommen.

Ich werte das als positives Zeichen. Ja, man hat die Familie gefunden. Man hat so gar die Frau gefunden, die einen Familienstammbaum gemacht hat. Die beiden kommen mit dem Stammbaum und einem langen Gesicht aus dem Haus. In dem Stammbaum gibt es keinen Moses. Moses ist der Großvater von meinem Stiefsohn, also der Vater seines Vaters.

Man weiß aber die Namen der Geschwister von Moses nicht und muss diese erst daheim durch jemanden erfragen lassen. Das wird später auch noch am gleichen Abend nach der Ankunft in Alubera gemacht werden.

Nun besuchen wir noch die Gemeindeverwaltung, um dort nach Moses zu suchen. Zuerst versuchen wir es mal im Standesamt. Dort werden wir leider nicht fündig. Man schickt uns ins Steuerbüro, wenn es da Ländereien gibt, dann bezahlt auch jemand Steuern für diese. Auch hier ist es ohne Namen schlecht. Man findet im Computer nur dem Familiennamen nach, nur ein kleines Wohngrundstück.

Frauchen lässt sich die Telefonnummer der zuständigen Beamtin geben und wir verabschieden uns.

 

PHILIPPINEN REISEN - REISEBERICHTE - Visayas - Fahrt zu den Camotes Inseln Foto von Sir Dieter Sokoll
PHILIPPINEN REISEN – REISEBERICHTE – Visayas – Fahrt zu den Camotes Inseln
Foto von Sir Dieter Sokoll

 

Der Ort Saint Bernhard macht einen ordentlichen, sauberen und gepflegten Eindruck auf mich. Diese Gemeinde hatte es im Jahre 2006 schwer getroffen.

 

Wikipedia schreibt: Am 17. Februar 2006 begrub ein enormer Erdrutsch große Teile der Gemeinde. Besonders die Baranggays Guinsaugon und Sugangon waren stark betroffen. Die philippinische Regierung schätzte offiziell, dass 1126 Menschen bei der Katastrophe ihr Leben verloren haben. Die Ursache waren sintflutartige Regenfälle und Waldrodungen sowie ein leichtes Erdbeben.

 

PHILIPPINEN REISEN - REISEBERICHTE - Visayas - Fahrt zu den Camotes Inseln Foto von Sir Dieter Sokoll
PHILIPPINEN REISEN – REISEBERICHTE – Visayas – Fahrt zu den Camotes Inseln
Foto von Sir Dieter Sokoll
PHILIPPINEN REISEN - REISEBERICHTE - Visayas - Fahrt zu den Camotes Inseln Foto von Sir Dieter Sokoll
PHILIPPINEN REISEN – REISEBERICHTE – Visayas – Fahrt zu den Camotes Inseln
Foto von Sir Dieter Sokoll

 

Der Ort hat sehr freundliche Menschen, ob privat oder in den Behörden. Die Gemeinde macht einen sehr sauberen und gepflegten Eindruck.

Sogar der Bürgermeister grüßte im Vorbeigehen freundlich.

 

PHILIPPINEN REISEN - REISEBERICHTE - Visayas - Fahrt zu den Camotes Inseln Foto von Sir Dieter Sokoll
PHILIPPINEN REISEN – REISEBERICHTE – Visayas – Fahrt zu den Camotes Inseln
Foto von Sir Dieter Sokoll

 



 

PHILIPPINEN REISEN - REISEBERICHTE - Visayas - Fahrt zu den Camotes Inseln Foto von Sir Dieter Sokoll
PHILIPPINEN REISEN – REISEBERICHTE – Visayas – Fahrt zu den Camotes Inseln
Foto von Sir Dieter Sokoll

 

Wir fahren die 13 Kilometer zurück bis zur Wegegabelung und machen uns auf den weiteren Weg nach Albuera.

Vor uns fährt ein Bus der Philtranco Busgesellschaft. Diese betreiben zwei Routen von Manila nach Mindanao und zurück. Mit einem klimatisierten Bus fahren sie bis nach Davao und mit einem nichtklimatisierten bis nach Cagayan de Oro. Diese Fahrt haben Frauchen und ich in früheren Jahren schon des Öftern mal in beide Richtungen gemacht.

 

PHILIPPINEN REISEN - REISEBERICHTE - Visayas - Fahrt zu den Camotes Inseln Foto von Sir Dieter Sokoll
PHILIPPINEN REISEN – REISEBERICHTE – Visayas – Fahrt zu den Camotes Inseln
Foto von Sir Dieter Sokoll

 

An diesem Tag regnet es über Leyte immer wieder einmal und wir sind bei strömendem Regen über die große Talbrücke gefahren ohne es recht wahrzunehmen.

Wir haben aber auch noch eine Rückfahrt vor uns. Da mache ich mir für Fotos noch keinerlei Sorgen.

Nun sind wir kurz vor der Gemeinde Baybay in der Provinz Leyte.

Wir kommen nicht durch den Ort, sondern fahren die neue Umgehungsstrasse, die nach einer kurzen bergauf Strecke auf dem Kamm, eine grandiose Aussicht freigibt.

 

PHILIPPINEN REISEN - REISEBERICHTE - Visayas - Fahrt zu den Camotes Inseln Foto von Sir Dieter Sokoll
PHILIPPINEN REISEN – REISEBERICHTE – Visayas – Fahrt zu den Camotes Inseln
Foto von Sir Dieter Sokoll

 

Gretchen wird mit jedem Kilometer näher nach Albuera immer aufgeregter und telefoniert schon mit dem Hausverwalter.

Kurz darauf sind wird dort und werden herzlich willkommen geheißen.

Ich baue noch meinen Laptop auf. Ireneo fährt alle nach Ormoc, zum Einkaufen.

Abends sitzen wir dann draußen auf der Terrasse von Christoph Schwab zum Abendessen.

In der Zwischenzeit werden telefonische Anweisungen gegeben, die Namen der Geschwister von Moses herauszufinden.

 

Wir schlafen wohl alle wie die Murmeltiere nach zwei Tagen Fahrt mit vielen Erlebnissen.

Was ich nicht wußte war, dass der Christoph für den nächsten Tag um 9 Uhr den Schweizer Franz, „einen bekannten Hund aus Ormoc City“ mit zwei großen Broten bestellt hatte. Dieser sollte erstmal die Brote liefern und dann später uns den Weg zu Michael Berndt in Ormoc zeigen.

Eine Viertelstunde vor 9 Uhr trommelte der Franz dann draußen am Tor, um danach alle bestens zu unterhalten.

 

Wir fuhren dann in die Stadt Ormoc. Hier ließ es sich Franz nicht nehmen, uns zu sich nach Hause einzuladen und einen Obstler mit ihm in seiner Gartenhütte zu trinken.

Wir sangen dann zusammen „ein Prosit auf die Gemütlichkeit“ und stießen an.

Vorher hatte Franz uns noch durch das Haus geführt und seine Backstube gezeigt.

 

PHILIPPINEN REISEN - REISEBERICHTE - Visayas - Fahrt zu den Camotes Inseln Foto von Sir Dieter Sokoll
PHILIPPINEN REISEN – REISEBERICHTE – Visayas – Fahrt zu den Camotes Inseln
Foto von Sir Dieter Sokoll
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Foto von Sir Dieter Sokoll
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PHILIPPINEN REISEN – REISEBERICHTE – Visayas – Fahrt zu den Camotes Inseln
Foto von Sir Dieter Sokoll

 

Der Franz ist ein ganz Lustiger und immer zu Späßen aufgelegt. Er blödet gerne mit der Damenwelt und bringt alle zum Lachen.

Nun hat er auch noch eine Eigenart, die trägt er in einer kleinen Dose am Gürtel mit sich herum. Damit geht er dann allzu gerne auf die Plaza oder den Park von Ormoc und ruft dabei immer wieder mit lauter Stimme: „Shabu – who wants shabu – only 1 Peso“. Jeder der möchte, bekommt dann aus der kleinen Dose eine Prise.

Mittlerweile wissen schon die Meisten, dass der Franz in der kleinen Dose Schnupftabak hat.

Aber manchmal haben die alten Kollegen der Polizei, dies den neuen Kollegen noch nicht mitgeteilt, ob absichtlich oder nicht lassen wir mal dahingestellt sein.

Das ist dann, wenn Franz festgenommen wird und auf die Polizeiwache gebracht wird. Wenn die Neuen dann mit Franz da stolz anmaschiert kommen, dann hauen sie sich vor lauter lachen die Alten auf die Schenkel und der Franz ist dann nach 5 Minuten wieder auf der Plaza, um „Shabu, Shabu“ zu rufen.

 



 

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