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Lebensgeschichte – 09

 



 

 

SUROY-SUROY’S GESCHICHTE VON 1976 BIS 2009

09

 

2.Teil – Cebu City – Das Bettlerkind und eine Ratte taucht auf

In 1980 gefiel mir die downton Gegend von Cebu City besser als die von uptown. Heute ist es wohl anderesherum. Sicher auf der Mango Avenue gab es damals auch schon die ganzen Restaurants und Bars. Später gab es nicht weit entfernt vom damals neuen Mercedes Hotel die längste Theke von Cebu, im „Our Place“ mit Captain Wes.

Die Jeepneys von Tabunok hatten ihre Endstation an der Ecke wo sich Colon, Leon Kilat und Borromeo kreuzen. Von dort marschierte ich dann normalerweise Richtung Gaisano/Colon. Auf dem Bürgersteig sassen zwei verdreckte kleine Kinder und hielten mir ihre Händchen entgegen. Leute gingen so gut es ging drumherum. Genau hier kam mir ein Polizist entgegen, den ich daraufhin ansprach. Denn von sich aus unternahm er nichts dagegen. Ob er denn nichts dagegen unternehmen wolle und die Kinder der Jugend- oder Sozialbehörde übergeben wolle. Der Polizist schaute mich genauso dämlich an wie damals der Portier in Manila, der mich fragte ob ich auch ein Mädchen wolle. Er druckste eine Weile herum, aber ich liess nicht locker, sondern wollte Antworten auf meine Fragen. So langsam kam er dann mit Informationen herüber. Wahrscheinlich seien die Kinder gar nicht alleine, sondern Vater oder Mutter wären irgendwo im Hintergrund und hätten sie im Auge. Die wären da ganz bewusst hingesetzt worden. Sie waren wirklich strategisch gut plaziert, die engste Stelle mit einer Menge vorbeigehender Leute. Na, hatte ich doch wieder etwas gelernt.

 

 

Später ein paar Strassen weiter gab es einige Fruchtstände. Dort kaufte ich öfters Obst bevor ich wieder nach Hause fuhr. Dort zupfte ein kleines Mädchen an meiner Hose und hielt mir bettelnd ihr Händchen entgegen und machte Handbewegungen zum Mund. Ich hatte ja nun von vorher gelernt, dass irgendwo Vater oder Mutter darauf warteten, dass jemand demKind Geld gab, um es dann gleich dem Kind wieder wegzunehmen. Also ging ich mit dem kleinen Mädchen zum nächsten Stand und kaufte ihr einen Büschel Bananen und munterte sie zum essen auf. Erst scheu, wohl weil das ungewöhnlich für sie war, dass ihr jemand was zu essen kaufte, statt ein paar Münzen in die Hand zu drücken, ass sie ein paar Bananen. Schaute sich aber immer wieder um. Das Gesicht von dem irgendwo in der Ecke sitzenden auf Schluck wartenden Alten hätte ich zu gerne gesehen.

 

 

Dabei muss mich ein Ausländer beoachtet haben. Ein Weisser, etwa mein Alter, sprach mich auf englisch an, ob ich Deutscher wäre. Hehe, kann man das sehen? Wir kamen ins Gespräch, setzten uns noch irgenwo hin auf ein oder zwei Bier. M. kam aus München, Vater war Amerikaner und Mutter Deutsche. Er war in München aufgewachsen und reiste jetzt durch Asien. Ich fragte ihn ob er nicht einige Tage, die er in Cebu City ist, bei uns wohnen wolle, und lud ihn ein. So fuhren wir zu mir nach Hause. Noch ein bisschen Geklöne auf der Terrasse. Wir hatten unsere Federkopfkissen aus DE mitgebracht. Am nächsten Morgen sagte er, so gut habe schon lange nicht mehr geschlafen. Nach einigen Tagen wollte er weiter. Er wollte uns aber für die Einladung bei uns zu wohnen noch zum Abschiedsessen einladen. Er kannte das „International Rice House“ am Anfang der Colon Street. Dort gäbe esgute Rice Toppings. Es war eines dieser Restaurants mit unten und oben. Unten Resopaltische und oben Tische mit Tischdecken. Wir waren oben die einzigen Gäste. Der Kellner brachte die Karte und ging. M. bemerkte etwas am Nebentisch und wir schauten uns verdutzt an als eine fette Ratte an der Tischdecke auf den Tisch kletterte und sich setzte und zu uns herüberschaute. Passend dazu kam der Kellner wieder zurück. Wir machten den Kellner darauf aufmerksam, er solle mal zum Nachbartisch schauen. Ein grosses, breites Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus und er sagte nur ein Wort: „Rat“ Hehe, wir haben bestellt und gegessen. Das Essen war gut.

M. und ich hatten Adressen ausgetauscht und ich würde ihn schneller wiedersehen als gedacht.

 



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