Lebensgeschichte – 05

 



 

 

SUROY-SUROY’S GESCHICHTE VON 1976 BIS 2009

05

 

Unser Leben in Cebu City  – Teil 1

 

 

Wir bezogen wieder unser Zimmer im Haus der Eltern. Wir hatten schon vorab Geldgeschickt, damit Schwiegervater einen gebrauchten Jeepney kaufen konnte. Der war dann auch da und Schwiegervater fuhr in täglich außer sonntags. Für die Sonntage wurde ein extra Fahrer eingestellt. Auch hatte er ein Konto eingrichtet für unseren Anteil oder die tägliche Miete. Na ja, es war ja was drauf auf dem Konto, aber nicht soviel wie es sein sollte. Die Jeepney Idee kam von meiner Frau (erzähl ich da was Neues?), da Papa ja Automechaniker und Fahrer war. So war die Idee ja gar nicht so schlecht.

In der folgenden Woche zerlegte der extra Fahrer den Jeepney in dem er „off-line“ fuhr, also auf einer extra Tour und Route wo er nichts zu suchen hatte. Er kam von der Straße ab und drückte die Seite und das Dach ein. Er verletzte sich selber dabei. Am nächsten Tag kam dann seine Mutter mit ihm angeschleppt, alleine traute er sich nicht, und bettelte, ich möchte ihren Sohn nicht umbringen. Grosses Palaver wobei nichts heraus kam, als daß ich auf den Kosten sitzen blieb, was sonst. Ich glaube Schwiegervater brauchte 14 Tage mit einem Kumpel für die Reparatur. Das senkte die Kosten, aber trotzdem Kosten und Verdienstausfall.

[Meine Erfahrung: Einem Filipino ist es scheißegal wie er an einen Profit oder an ein Einkommen kommt, solange es nicht auf seine Kosten ist. Wie in diesem Fall ging es um etwa 20 Peso. Ein Jeepneyfahrer riskiert einen schweren Unfall, nur um einige Sekunden früher als ein anderer an einen Fahrgast heranzukommen. Wert 5 pesos gegenüber einem Risiko von Personenschäden und großem Sachschaden. Wenn es dann gerade nochmal gutgegangen ist, grinst er und denkt sich: Na geht doch! Und macht es wieder und wieder bis es mal nicht mehr geht. Das war dann, wenn man kopfschüttelnd vor einigen Unfällen steht.]

 

So welche, wie der ganz links hatten wir.

 

Wir kauften dann noch zwei neue Jeepneys dazu. Schwager gab das Taxifahren auf und fuhr einen der neuen Jeepneys. Schwiegervater fuhr den anderen. Für den Reparierten suchte Schwiegervater einen anderen Fahrer, ein entfernter Verwandter der Familie.

Garagetime war 8 Uhr am Abend, wenn es nichts besonders zu fahren gab. Fast jeden Abend gab es irgendwelche Entschuldigungen, damit nicht der volle Mietpreis gezahlt werden musste. (Reifen platt, keine Schule, keine Fahrgäste, Polizei) Auf unserer Route musste jeder Fahrer täglich 5 Peso and die Polizei abliefern. Diese 5 Peso wurden durch einen speciellen Eintreiber an der Endstation eingetrieben. Das system nennt sich „tong“, also Schutzgeldzahlungen, damit die Polizei einen in Ruhe lässt. Da muss man sich schon ein dickes Fell zulegen bei den ganzen Ausreden. Haha. Demonstrativ wird das ganze Geld aus einer Box auf den Tisch geschüttet und dann wird gezählt. (Als wenn er das nicht vorher schon gemacht hätte.) Dann reicht es wahrscheinlich nicht für die tägliche Miete oder der Betrag der übrig bleibt ist so klein, dass man Mitleid bekommen soll und ihm etwas von der Miete erlässt. (Wahrscheinlich hat er schon ein paar Scheine vorher gebunkert, hehe.)

[Meine Erfahrung: Wenn der Filipino bescheißt, dann tut er es meist so blatant und ohne Raffinesse, dass es schon weh tut und man lachen muss. Folgendes passierte einem Freund: Er brauchte eine Dose Farbe. Er schickt den Mann seiner Hausgehilfin los die Farbe zu kaufen. Der kommt wieder und legt ihm Farbe, Quittung und Wechselgeld hin. Fie Farbe kostete 60 pesos. Der Schlaumeier hatte mit einem Kugelschreiber in einer anderen Farbe allerdings noch eine 3 vor die untenstehende Gesamtsumme gesetzt, aber vergessen dies auch weiter oben vor den Einzelpreis zu tun. Damit konfrontiert, verliert der Gute natürlich sein Gesicht hahaha. Darüber schämt sich seine Hausgehilfin so und kommt auch nie wieder. So, wer hat Schuld an Allem: Die Langnase, was regt der sich denn über 300 pesos auf. Hätte er die Farbe selber geholt, hätter er 300 pesos mehr gehabt und immer noch eine Hausgehilfin, die ihm die Wäsche macht.]

Weiter musste ich mich auch noch um eine Wohnung für uns bemühen. Wir konnten und wollten auch nicht für ewig bei Schwiegereltern bleiben. Ich wollte raus aus der Stadt. Ich habe immer auf dem Lande in Stadtnähe gewohnt. Also wir fanden ein Grundstück und einen Bekannten von Schwiegervater, der uns ein kleines Haus bauen wollte in der selben Subdivision wo auch er wohnte. (Wieviel dieser Schwiegervater an Kommission für den Grundstückskauf und Hausbau gegeben hat weiss ich nicht, aber mit Sicherheit ist da was geflossen. Das ist bei jedem Geschäft so) Meiner Frau ging es in der Zeit bei ihren Elten wesentlich besser und kümmerte sich um unseren Sohn. Manchmal fuhren wir alle manchmal auch nur ich alleine einige Runden mit Schwiegervater auf seinen Touren mit um zu sehen wie es so geht. Schwiegervater wusste immer wann auf der Route irgendwann was los war, z. B. eine Fiesta oder am 1. Nov. Da standen wir dann extra früh auf, um die ersten Leute dorthin zubringen. Da strahlten sie dann immer über alle vier Backen, weil das immer volle Fuhren und volle Kassen gab.

Vom Hausbau hatte ich keine Ahnung und ließ den Architekten und Baumeister man machen.