Lebensgeschichte – 13

 



 

 

SUROY-SUROY’S GESCHICHTE VON 1976 BIS 2009

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7. Teil – Ein Jeepney ist verschwunden und wie ich einen Tag lang zu einer Kneipe kam

Dass das Geschäft mit den Jeepneys nicht so lief wie das geplant war, war ja schnell zu sehen. Beschaffungkosten für Ersatzteile wie Reifen, Oel u. a, Wartung und auch die Abgaben für die Route Tabunok – Colon und Steuern waren nicht zu unterschätzen. Dazu kam noch, dass ich mit der Zeit feststellte, dass Ersatzräder und Wagenheber neu gegen alt getauscht waren. Ob Motorteile auch ausgetauscht und verhökert worden sind, mag ich nicht zu sagen. Aber wundern täte es mich nicht. Rücklagen konnten so gut wie keine gemacht werden. Also war abzusehen, dass das in Kürze in die Hose gehen würde.

Eines Tages wurde es 8 Uhr abends und als bis um 10 Uhr der älteste von unseren Jeepneys immer nocht nicht wieder in der Garage war, sind Schwiegervater und ich suchen gefahren. Lange brauchten wir nicht zu suchen. Der Jeepney stand geparkt an einer Tankstelle an der Endstation unserer Route. Allerdings nicht unsere Haustankstelle. Er war frisch gewaschen. Der Tankwart sagte, der Fahrer habe ihn zum Waschen dagelassen und ihn seit dem nicht mehr gesehen; aber er hätte die Schlüssel und ob ich das Waschen jetzt bezahlen wollte. Also Fahrer, haha Verwandtschaft, mit der Tageseinnahme durchgebrannt nach Mindanao und Rechnung fürs Waschen hinterlassen. Da bin ich eigentlich noch glimpflich davon gekommen.

Im Tourist Seaside hatte sich Walter aus der Schweiz einquartiert und schnell eine Freundin gefunden. Wir sassen öfters zusammen und befreundeten uns. Irgedwann kam er auf die Idee, er wolle einen Club aufmachen, ob ich nicht Interesse hätte, das mit ihm zu machen.Geld würde ich keines hineinstecken müssen, aber wenn ich ihm helfen würde zu managen. Was konnte da von meiner Seite viel schiefgehen. Also machte ich mich auf die Socken etwas passendes zu finden. Hatte auch bald etwas gefunden. Habe auch herausgefunden, das es noch rückständige Strom- und Wasserrechnungen gab.

Aber dann kam australian Al, oder mehr seine Frau, auf die Idee, die Kneipe am Tourist Seaside abzugeben und nach Mandaue zu gehen. Sie wohnten in Mandaue. Al im besoffenen Arsch fiel auf dem Wege zurück nach Hause des Öfteren mal mit seinem Motorrad um und hatte auch schon mal das Bein in Gips. Er wollte die Rechte und das Inventar verkaufen. Da schnappte unser Walter gleich zu, als er davon hörte. Am nächsten Tag schon war der Vertrag geschrieben, das Geld wechselte seinen Besitzer. Manoling als Vermieter war es egal, da wurde ein neuer Mietvertrag gemacht. Im Vertrag als Besitzer standen nun Walter und ich. Am nächsten Tag, Walter stand schon mal Probe hinterm Tresen, bekam er einen Anruf aus der Schweiz von zu hause. Er kam kreidebleich von dem Anruf zurück und sagte nur: „Ich muss nach Hause, meine Freundin kriegt ein Kind„. Hä? Nu wat?! Ich soll die Kneipe behalten und damit machen was ich will. Er sagte seiner Freundin good bye und flog am nächsten Tag zurück in die Schweiz. Habe nie wieder was vom Walter gehört.

Da hatte ich nun seine flennende Freundin sitzen und eine Kneipe die ich eigentlich nicht wollte. Aber da kam W. der den Trimaran baute. Er möchte die Kneipe gerne haben, dann hätte er was, wo er Kundschaft für den Trimaran bekommen könnte. Also haben wir den ganzen Vertrag nochmals abgeschrieben und die Namen ausgetauscht. W. hat mich bezahlt und bekam von Manoling einen neuen Mietvertrag. Hehe, mein Tag als Wirt war zu Ende. War auch besser so. Nach einer Weile blieb die Kundschaft aus. Das war ein Seasongeschäft. Die Touristen kamen nur in Mengen im November, Dezember und Januar. Der Rest des Jahres war viel viel ruhiger.

Die „Beachcomber Bar“ war geboren.