Lebensgeschichte – 18

 



 

 

SUROY-SUROY’S GESCHICHTE VON 1976 BIS 2009

18

 

Unser Leben in Cebu City

10. Teil – Unsere Tochter wird geboren – unerwarteter Besuch aus DE – und eine Geschäftsidee

Ich war wieder zurück von meinem Besuch in Deutschland. Meine Frau war mit unserer Tochter schwanger. Sie kam im ganz am Anfang mal erwähnten Miller Hospital zur Welt. Ich war dabei, wie auch vorher bei unserem Sohn. Meine Frau, die Hebamme und ich. Die Wehen kamen und die Hebamme sagte meiner Frau, als es richtig los ging, wie sie zu pressen hat. Das Köpfchen war schon etwas zu sehen, als meine Frau das Pressen aufgab, sie konnte nicht mehr. Die Hebamme, wie von der Tarantel gestochen, schrie mich an, ich solle auf den Bauch meiner Frau drücken und pressen. Sie brüllte mich an, ich solle richtig und feste pressen und drücken. Ich hatte doch in so einer Situation keine Ahnung. Ich dachte, ich tue meiner Frau weh. Das war der Hebamme egal, sie wollte das Kind heraus haben. Irgendwie haben wir es geschafft. Donnerwetter, danach bin ich mit O. einen Trinken gegangen. Meine Tochter hat heute die philippinische und die deutsche Staatsangehörigkeit und auch beide Pässe und ist in St. Louis in Amerika verheiratet und hat mich mit einem Enkel zum Opa gemacht.

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Bei meinem Besuch in DE hatte ich bei meinem Hausfriseur, wir waren zusammen zur Schule gegangen, vor seinem Laden, meinen Stand mit Muschelschmuck aufgebaut. An dem Tag kam auch einer seiner Bekannten aus Münster zum Haareschneiden, Charly. Beim Haareschneiden gabe es auch immer Bier. Ich erzählte so von den Philippinen und wie man das so macht in fröhlicher Runde, lud ihn zu mir ein, wenn er mal in der Nähe sein sollte.

Eines Tages hält bei uns in Cebu ein Taxi vor der Tür. Herausgekrabbelt kommt Charly, mit einer Flasche Rhum in der Hand. Ob er hereinkommen dürfe. Sicher durfte er, bloss damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Die Flasche Cola dazu holte ich selber. Das ging schneller, als das Hausmädchen schicken. Die hätte sich wahrscheinlich erst duschen müssen. Bei Rhum and Coke erzählte er dann was los war. Er hätte die Schnauze voll gehabt von Allem und dabei an unser Gespräch über die Philippinen und meine Einladung gedacht. Hat sich ein Ticket nach London gekauft. Dort hat er seine zehn EC Schecks eingelöst und sich ein Ticket nach Manila gekauft und sich von Manila nach Cebu weiter durchgeschlagen und da wäre er nun.

Am nächsten Tag nahm ich ihn mit nach Talisay und stellte ihn der Gang dort vor. Nu hatten wir hier einen abgemusterten Seemann und einen durchgebrannten Gerichtsvollzieher. Dauerte bei beiden nicht allzulange bis die Kohle verbraucht war. W. sein Trimaran war fast fertig und beide wurden dort gegen Kost und Logie verpflichtet.

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Bei einer unserer gemütlichen Runden im Beachcomber suchten wir nach Möglichkeiten Geld zu verdienen. Ich hatte damals aus DE einen 8mm Filmprojektor mitgebracht. Wer auf die Idee kam, weiss ich nicht mehr. Aber lass uns doch mal damit um die Insel ziehen von Dorf zu Dorf und Filmvorführungen machen. Nur ich hatte nicht genügend Filmchen dafür und in Cebu haben wir keine gefunden. Ich musste los nach Manila Filme kaufen, zu den Dick und Doof und was ich da sonst noch hatte.

Ich mit dem Schiff von Cebu nach Ormoc auf Leyte. Das war ein Kahn, ganz aus Holz. Hinten im Heck war eine kleine Bar. Die Barhocker waren an den Boden genagelt. Dort sass ich und trank Bier. Mit dem Seegang ging das da hinten im Heck ganz schön auf und ab. So stelle ich mir einen Ritt auf einem Kamel vor. In Ormoc warteten Busse die bis Manila durchfuhren. Am nächsten Morgen kamen wir in Manila an. Ich bin nach Makati gefahren und habe Fotoläden gesucht. Innerhalb einiger Stunden hatte ich glaube ich einen Mafia, einen Western und noch einen Gangsterfilm. Das musste reichen. Nach etwa drei Stunden Manila machte ich mich auf den Rückweg.

Diesmal durfte ich auf der Gangseite neben einer jungen Dame sitzen. Mit Unterhaltung war nicht viel. Sobald sich der Bus in Bewegung setzte, schlief sie ein. Irgendwann muss ich bei dem Geruckel auch eingeschlafen sein. Der Bus hielt an zur Essens- und Pinkelpause. Ich mache die Augen auf und habe meinen Kopf auf ihrer Schulter liegen und sie hat die Arme um mich gelegt, wie bei einem Baby. Haha! Wie lange wir so geschlafen haben, weiss ich nicht. Sie wird wach, schaut mir in die Augen, erkennt was los ist und wir rot. Das war es dann auch. Wir waren bald in Ormoc und ich habe sie aus den Augen verloren.

Wieder auf diesen mittelalterlichen Kahn. In Cebu angekommen war erstmal kein Platz für unser Schiff am Kai und Niedrigwasser war auch noch. Wir legten neben einem anderen Kahn an und mussten dann über diesen von Bord gehen. Aber dieser Kahn war ein Frachter und da lag nur ein etwa 20cm breites Brett, das schräg nach oben zum Kai führte. Vor mir traute sich eine ältere Frau nicht und alle dahinter mussten warten oder schubsten sie zur Seite. Da hab ich einem Matrosen der da rumlungerte gesagt, ob er nicht mal dem Mütterchen da rüber helfen kann. Haha! Der hat sich mir nichts dir nichts das Mütterchen auf die Schultern gesetzt und ist mit ihr über das Brett hoch. Na, ich dann hinterher, hatte da selbst genug Schiss.