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Lebensgeschichte – 19

 



 

SUROY-SUROY’S GESCHICHTE VON 1976 BIS 2009

19

 

Im Beachcomber warteten sie schon auf mich und meine Ausbeute. Sie hatten in der Zwischenzeit eine Tonanlage mit Verstärker und Lautsprecher gebastelt und Bettlaken zu einer Leinwand zusammennähen lassen. Der Sohn von einem Amerikaner und einer Filipina sollte mitkommen als Übersetzer, der sprach Visayan (Dialekt) fliessend. Einer meiner Jeepneys wurde als Einsatzfahrzeug hergerichtet. Verschliessbare Kisten innen, die Seitenfenster zu gemacht und so, dass man hinten den Eingang auch dicht machen konnte.

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Also los ging es. In Naga haben wir keinen geeigneten Platz gefunden. Aber dann gleich in San Fernando. Da gab es eine Bank. Das Grundstück war von einer hohen Mauer umgeben. Dort konnte man die Leute kontrollieren. Wir fanden privat Unterkunft. Ich habe mit dem Bankmanager seinen Anteil vom Verkauf der Tickets ausgehandelt. Yogi und Charly sind mit lauter Musik durchs Dorf gefahren um für die abendliche Filmvorführung Werbung zu machen. Der erste Einsatz verlief ganz gut und alle waren begeistert.

Haha! wir hatten tatsächlich die ersten Pesos verdient.

Weiter ging es. Ich will nur noch von einigen Orten erzählen, auch nicht in der Reihenfolge der Reise. Wir sind einmal die südliche Inselhälfte abgefahren und nach einer Pause die nördliche.

 

 

Auf der nördlichen Tour sind wir am ersten tag nur bis Liloan gekommen, Wir fanden Unterkunft bei einem alten Filipino, der ein Haus am Strand hatte. Wir sassen dort am Strand und der alte Mann hat Geschichten von früher erzählt. Die Vorführung verlief ohne Probleme. Von da ging es weiter nach Danao. Da es schon später Nachmittag wurde, hielten wir es für besser vor der Polizeiwache zu halten und für die Nacht zu parken. Die Polizisten waren der Meinung in Danao könnten wir keine Filmvorführung machen, aber wir könnten gerne die Nacht über dort bleiben. Also Anejo, Bier und Zigaretten besorgen und Party auf der Polizeiwache. Als es dann Zeit wurde zum Schlafen, wurden in einem Büro kurzerhand zwei Schreibtische zusammengeschoben und unser Bett für die Nacht war fertig. Am Morgen dann noch Toilette gemacht, verabschiedet und weiter ging es.

Irgendwo auf der Strecke war die Strasse durch viele Leute blockiert. Ich sah zum erstenmal wie ein ganzes philippinisches Haus umzog. Die Hütte hing an riesigen Bambusstangen, die von vielen Männern des Dorfes unter lautem Gejohle der Frauen und Kinder zu ihrem neuen Platz getragen wurde.

 

 

Nachdem wir noch einen Plattfuss hatten kamen wir irgendwann nach San Remigio in Norden von Cebu. Ich machte mich auf den Bürgermeister zu suchen, wegen der Erlaubnis. In seinem Büro war er nicht. Wir sollten mal da und dahin zum Strand fahren. Ich fand ihn dann unter Palmen sitzend mit Flasche Anejo mit seinen Kumpels am Pokern. Der rannte dort mit Revolver am Gürtel herum. Musste erstmal überlegen wo ich war. Er fragte, ob wir Peace Corps wären. Nein, wir sind alle Deutsche. Aha, dann wäre es ja gut. Die Peace Corps wären alle Spione. Es ging mir durch den Kopf, was es in seinem Ort wohl zu spionieren gab. Wir könnten uns in der Hütte vor der City Hall am Strand einrichten, das wäre sein Regierungs Guest House und das wäre auch für uns frei. Aber für die Filmvorführung müssten wir so und soviel bezahlen, dass könnte ich auch gleich hier bei ihm erledigen. Hoffentlich konnte er es beim Pokern noch vermehren. Wir schauten uns den Vorführplatz and und alles war in Ordnung. Yogi und Charly bauten die Anlage auf. Es wurde langsam Dunkel und naürlich waren schon viele Neugierige da, was da drei Langnasen machen. Es wurde noch dunkler, aber Strom kam keiner aus der Steckdose. Ob wir denn keinen Generator dabei hätten. Haha! Hmm, aber wir könnten ja den Generator vom Barangay (Ort) benutzen, gegen Gebühr natürlich. Hatte der abgewichste Bürgermeister nicht von gesagt, aber sicherlich gewusst. Da blieb vom Eintrittsgeld nur noch Geld für die nächste Tankfüllung zur Weiterfahrt.

Mein Tip: Auf Reisen über Land in kleinen Orten, immer eine starke Taschenlampe dabei haben. Auch wenn es Strom gibt, meistens aber nur für einige Stunden in der Nacht.

Auf der Fahrt durch den Süden kamen wir zu dem Ort Badian. Wir fanden wiedermal privat Unterkunft in der Nähe des öffentlichen Basketballplatzes. Der einzige Ort, wo wir Filme vorführen konnten, war die grosse Kirche von Badian, etwas höher gelegen auf einem kleinen Hügel. Da müsste ich mit dem Pfarrer sprechen ob das ginge. Ja, wenn die Filmvorführung nicht für frei ist, dann müsste er wenigstens eine Spende für die Kirche haben. Wieviel? Na, die Hälfte der Einnahmen. Hehe! Na gut, abgemacht. Man fing an die ganzen Heiligenfiguren und den Jesus am Kreuz mit Decken und Laken abzudecken. Die sollten ja schließlich von der Aktion nichts mitbekommen. Warum eigentlich nicht? Yogi und Charly bauten wieder auf. Wir durften auch unseren Ton auf die Lautsprecheranlage des Kirchturms legen. Von dort wurde normalerweise das Glockengeläut abgestrahlt. Ich bin während der Vorführung des Mafia Filmes „The Don“, draussen gewesen um das zu erleben. Die Schiesserei über die Turmlautsprecher war einfach das Geilste. Die Leute im Ort, die nicht gewusst haben, dass in der Kirche Filmvorführung ist, müssen gedacht haben, die Japaner sind da. Das war das Dorfgespräch am nächsten Tag.

Der pokernde Cowboy Bürgermeister von San Remigio und der schlitzohrige Pfarrer von Badian, die hätten sich auch zusammen tun können. Das hätte ein feines Gespann abgegeben.

Viel verdient hatten wir nicht, aber lustig wars.

 



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