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Lebensgeschichte – 22

 



 

 

SUROY-SUROY’S GESCHICHTE VON 1976 BIS 2009

22

 

Manila 1981

Mein Einstieg in das Leben von Ermita und mein erster Besuch von Boracay

Meine Freundin brachte mich am frühen Morgen zum Flughafen auf Mactan. Wir sassen beide mit bedrückten Gesichtern beim Kaffee und sie drückte meine Hand. Ich war den Tränen nahe, denn ich war mir bewusst, hier endetet wieder eine Episode meines Lebens und eine neue begann. Ich wünschte mir so sehr sie könnte mitkommen. Aber ich wusste, ich würde nicht lange in Manila bleiben, denn wir wollten nach Hong Kong und Korea. Mein Flug wurde fürs Boarding aufgerufen und noch einmal umarmen und ich liess Cebu hinter mir.

In Manila angekommen nahm ich ein Taxi zur M. H. del Pilar in Ermita zum damaligen Family Congress Hotel, wie im „Jens Peters“ beschrieben und checkte dort ein. Dort erwartete mich eine Nachricht von meinem Freund Michael, dass er zur Zeit auf Boracay bei Willy’s sei und wenn ich wollte, sollte ich nachkommen. An der Ecke M.H.delPilar und Santa Monica war ein freier Platz mit einigen kleinen Kneipen und zwei oder drei Imbissbuden. Dort sassen schon eine Menge Langnasen biertrinkend mit Mädchen herum. Meine Lieblingskneipe wurde schnell das „Inglewood“ und ich richtete dort mein Hauptquartier ein. Das Inglewood war eine kleine Ein-Raum-Kneipe mit einem Tisch und einer kleinen Toilette, daneben die Küche. Draussen gab es noch einige Tische mehr. Wir sassen meistens draussen. Nach einigen Bieren und es war bereits Abend geworden hatte ich bald eine Begleitung neben mir sitzen. Die ging auch nicht mehr weg. Ich lernte gleich einige neue Gesichter kennen und es wurde viel erzählt und getrunken. Am nächsten Tag nach einem späten Frühstück, machte ich mich auf den Weg zum Office der Philippine Airlines auf der Roxas Blvd. um einen Flug nach Kalibo zu buchen. Ich weiss nicht mehr warum, ich glaube, weil ich einen Studentenrabatt haben wollte, wollten die bei der PAL eine Fotokopie meines Reisepasses haben. Irgendwo gab es dort einen Fotokopierer. Nun muss man sich diesen Vorgang in englisch mit deutschem Akzent und philippinsch-englisch vorstellen. Ich frage das Mädel an dem Kopierer ob ich eine „copy“  heute weiß ich auch, dass es ‚Xerox‘ heißen muss) von meinem Reisepass haben kann. Sie ignoriert aber meinen Pass in meiner Hand und sagt was von „a moment please“ und geht weg. Nach einigen Minuten kommt sie mit einer Tasse Kaffee wieder und gibt sie mir. Ich sage verdutzt „thank you“ und gleich hinterher, ob ich denn auch eine Fotokopie von meinem Pass haben könnte. Also ok, Flug nach Kalibo war gebucht in zwei Tagen. Konnte ich ja wieder zurück ins Inglewood zum Biertrinken.

Das war für mich mein erster kleiner Flughafen auf den Philippinen bei der Landung in Kalibo. Die Landbahn war nur bis zur Hälfte betoniert, der Rest war Schotterpiste. So etwa in der Mitte rauschten wir an einer kleinen Wellblechhütte vorbei. Aus der hatte man zwei riesige Feuerlöscher in Richtung Landebahn gerollt. Wir warteten auf unser Gepäck und fuhren mit einem Jeepney in die Stadt Kalibo. In der Nähe vom Terminal wo Busse oder Jeepneys nach Caticlan abfuhren nahm ich ein Zimmer. Für die Fahrt war es an diesem Tage zu spät.

 

 

Am nächsten ging es dann Richtung Caticlan und Boracay, „here I come“, bis an den Anleger wo die Boote nach Boracay zum Übersetzen warteten. Dem Bootsmann wurde gesagt, dass ich zu Willy’s wollte. Gleich nachdem wir losgefahren waren und Boracay in Sicht kam, konnte man die Schönheit dieser Insel sehen. So wie wir uns Südsee vorstellen, weiße Strände, Palmen, blaues und türkisfarbenes Wasser, kleine Hütten. Es sah aus wie ein Paradies. Dort wo am Strand die grossen Felsen im Wasser liegen, dort ist auch Willy’s Place. Damals waren das einige einfache Nipa Hütten, ein kleines einstöckiges gemauertes Gebäude das als Küche und Restaurant diente, und eine größere Hütte wo Willy mit Familie wohnte. Mein Freund Michael war auch da. Ich erzählte ihm was in Cebu passiert war und dass ich das ganze Geld im Attachekoffer bei mir habe. Er meinte es wäre besser, ich würde das Willy zur Verwahrung geben. So sassen wir zu Dritt in Willys Hütte, in seinem dunklen Schlafraum in der oberen Etage bei dem trüben Licht einer Petroleumleuchte, so dass keiner von den anderen etwas mitbekam, und zählten das Geld und Willy gab mir eine Quittung. Es gab damals noch keinen Strom auf Boracay. Bier und Eis wurde am Morgen mit Booten von Kalibo geliefert. Als wir dann abends am Strand sassen, mit einem kalten Bier und sahen dem spektakulären Sonnenuntergang auf Boracay zu, meinte Michael, es wäre besser, ich würde den Koffer voll Pesos in Dollar umtauschen. Das wäre vom Volumen her einfacher zu handhaben und wenn wir nach Hong Kong gehen, könnte ich sowieso keine Pesos gebrauchen. Also, was macht er, er schreibt eine Menge Zettel „Wechsel Pesos gegen Dollars“ in englisch und deutsch und am nächsten Tag gehen wir und nageln die an allen Wegen an die Palmen. Hat nicht viel gebracht, es kam keiner der Geld wechseln wollte. Michael meinte, ich solle mal schon wieder nach Manila gehen und dort auf ihn warten. Er erzählte mir später, er war dort mit jemanden aus Hong Kong und das war ein Drogendealer, den er mir unter falschen Namen vorgestellt hatte. Aber der war sehr misstrauisch und wusste nicht, ob ich einer war, der hinter ihm her war. Es war aber auch gut, dass ich nach zwei Tagen Boracay wieder verliess.

 

 

Als M. dann später nach Manila kam, erzählte er mir, dass am vierten Tag die Polizei da gewesen sei und nach demjenigen gesucht hat, der dort illegalerweise Geldwechsel betrieben hat. Wir haben herzlich gelacht, aber so kann man ganz schön in Schwierigkeiten geraten. Bei meinem Rückflug von Kalibo nach Manila wollte die Sicherheitsbeamtin, dass ich den Attachekoffer aufmache und reinschauen. Das hatte vorher niemand verlangt. Nun konnte ich doch den Koffer nicht vor all den Leuten dort einfach aufmachen. Ich sagte ihr, ob wir dazu nicht lieber in einen anderen Raum gehen könnten. Sie schaute mich dumm an, aber ging voraus in einen der hinteren Räume. Dort machte ich den Koffer auf und sie ihren Mund und kriegte ihn nicht mehr zu, bis sie dann meinte es sei gut. Ohne Zwischenfälle erreichte ich wieder Manila. Wieder zurück ins Family Congress Hotel und ins Inglewood und gewartet bis Michael nach Manila kam. Wir haben dann einen Moneychanger gesucht der meine Pesos gegen harte Dollar umtauschte. Die Rate war 5 centavos niedriger, als wenn ich Dollars gegen Peso getauscht hätte und somit war ich zufrieden. Wir kauften Tickets nach Hong Kong.

Der Tag der Abreise nach Hong Kong kam. Good bye Philippines, good bye Ermita, good bye Inglewood. Der Flughafen in Manila hatte noch keine Landebrücken, die direkt ans Flugzeugführten. Man musste damals noch über das Rollfeld bis zum Flugzeug laufen und dann eine Treppe hoch. Das Gepäck wurde über ein Förderband von kleinen Wagen ins Flugzeug geladen. Wir hatten meine Dollars unter uns aufgeteilt, damit ich nicht zuviel Dollar be mir hatte. Michael hatte eine grössere Tasche bei sich, die er mit ins Flugzeug nehmen wollte. Das gefiel dem Militär-Sicherheitsposten an der Treppe zum Flugzeug aber nicht. Der argumentiert er könne die Tasche nicht mit ins Flugzeug nehmen. Michael kletterte aber weiter die Treppe, mit all den anderen Leuten und mir dazwischen hoch. Der richtet sein Schnellfeuergewehr auf die Treppe und schreit und tobt Michael soll da wieder runterkommen und die Tasche abgeben, damit sie in den Frachtraum kommt. (Wer solchen Wahnsinningen ein Gewehr in die Hand gibt, muss selber verrückt sein, aber „Only in the Philippines“) Michael also wieder die Treppe runter gegen den Strom und der Soldat will ihm die Tasche wegnehmen. Michael lässt sich die aber nicht wegnehmen, sondern geht selber zum Förderband und legt sie drauf und sieht zu wie sie oben im Flugzeug verschwindet. In der Zeit schreit und tobt der Soldat immer noch herum, dass Michael in dem Bereich keinen Zutritt hätte. Darauf sagt Michael ihm auch noch, dass er zuschaut wo seine Tasche bleibt, weil er (der Soldat) ja doch wahrscheinlich nur die Tasche klauen würde. Junge, Junge, das war ein Theater. Endlich sitzen wir im Flieger nach Hong Kong.

 



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