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Lebensgeschichte – 24

 



 

 

SUROY-SUROY’S GESCHICHTE VON 1976 BIS 2009

24

 

SEOUL

Im Duty Free von Kai Tak Airport in Hong Kong kauften wir noch jeder 2 Flaschen Black Label und 2 Stangen irgendwelcher amerikanischen Zigaretten. Der Profit vom Verkauf sollte die Taxikosten vom Flughafen bis nach Seoul in die Stadt abdecken. Michael sah schon beim Einchecken die ersten ‚Kollegen‘ und noch ein Schwätzchen hier und ein Wort dort. Der erste Teil des Fluges war nur kurz, denn wir hatten einen Stop-over in Taipeh von etwa einer Stunde auf dem Chang Kai Check Flughafen. Wir mussten das Flugzeug verlassen und konnten in einem Warteraum die Zeit verbringen oder aber den langen Fussweg bis zum nächsten Transit Restaurant nehmen. Wir entschieden uns für den Fussweg und belohnten uns mit einem Bier und noch mehr Hände schütteln und vorstellen. Da waren ja eine Menge ‚Gleichgesinnter‘ auf dem Flug. Ab da kannte man sich dann noch, bis nach der Zollkontrolle in Seoul nicht mehr. Letzte Verhaltensanweisungen für die Zollkontrolle. Stell dich nicht hinter eine chinesische Reisegruppe an, die Schmuggeln auch.

Nach der Landung durch Immigration und Gepäckausgabe. Sich dann am Zoll nicht hinter einer chinesischen Reisegruppe anzustellen, war gar nicht so einfach. Wenn es nicht Langnasen waren, dann waren es halt chinesiche Reisegruppen. Das sah so aus, als wenn das fast reine Schmugglerflüge waren. Beim Zoll wurden grundsäztlich alle Gepäckstücke aufgemacht. Den Attachekoffer machte man schon unaufgefordert auf. (Ich stand bei einem anderen Flug mal hinter einem älteren Reisegruppen Chinesen, als der seinen Kofferaufmachte, kamen dort nur seidene Krawatten zu Vorschein, sonst nichts, keine Unterwäsche, nicht einmal ein Hemd. Da musste selbst der Zöllner lachen. Ich stand eine Stunde hinter dem Trollo, als der Zöllner alles aufschrieb was er ihm aus dem Koffer nahm, dann in einen grossen Plastiksack packte und er das unterschreiben musste, damit er den Sack bei der Ausreise wieder mitnehmen konnte.)

Ich war das erste Mal in Seoul. Schon wieder andere Schriftzeichen, die mir, wie in Hong Kong, nichts sagten. Das Land war unter Kriegsrecht und überall Strassensperren. Teileweise waren ganze Fahrbahnen gesperrt, weil sie mit Steinen von der letzten Demo noch bedeckt waren. Das sah ja aus wie im Krieg. Besonders fiel das auf an Brücken. Jede Brücke war durch Militär gesichert und oft musste angehalten werden und der Kofferraum geöffnet werden. Michael sprach ziemlich gut Koreanisch und konnte sich überall verständlich machen.

Wir kamen zu unserer Zieladresse, ein Privathaus. Von allen die es kannten, liebevoll „White House“ genannt. Michael hatte dort ein Zimmer mit seiner koreanischen Freundin Yonhee. Michael war schon einige Zeit weggewesen, in Hong Kong und auf den Philippinen. So war ihre Freude gross ihn wieder zu sehen. Einige andere Langnasen liefen dort auch noch umher. Es wurde nicht viel Zeit vertan, hehe, Yonhee musste auf später warten. Michael rief seien Aufkäufer an und der war auch innerhalb von einer halben Stunde da. Wir sassen in Michaels Zimmer nach koreanischer Sitte, ohne Schuhe auf dem Fussboden und hatten alle unsere Schätze auf dem Boden ausgebreitet. Ich bekam von der Unterhaltung nicht viel mit ausser, dass um die Preise gefeilscht wurde. Am Ende hatten sie sich geeinigt und jeder von uns einen Packen koreanischer Banknoten und Schecks in den Händen ,die dort als öffentliche Zahlungsmittel bei grösseren Beträgen beliebt sind. Die Schecks werden nicht durch Unterschrift sondern durch kleine Stempel, wie bei den Chinesen, „endorsed“, bis aber auch kein Platz mehr auf der Rückseite ist. Dann muss ihn wohl irgendjemand einlösen. Da wir gut durch den Zoll und der Aufkäufer schnell gekommen war, hatten wir noch reichlich Zeit, die koreanischen Won in japanische Yen umzutauschen. Ich hatte viel zu lernen.

Wir drei, Yonhee kam mit, machten uns auf den Weg zu den Moneychangern. Das sind meistens alte Weiber, die am Strassenrand hocken und Bananen verkaufen. Auf dem Schild stand Bananen Won 800 (die exchange Rate war damals Won 800 für US $ 1) Damn, das waren teure Bananen gegenüber den Philippinen, das war der Preis für EINE Banane. Auf das gute Geschäft hin bekam Yonhee von jedem von uns 5 Bananen gekauft und hatte viel, viel Gesicht gewonnen. Dabei murmelten die Weiber immer soetwas wie „Dooooolaarrrrrrr“ zwischen den Zähnen. Es ging ja hier nicht um einhundert Dollar wechseln, sondern das waren schon höhere Beträge. Wir schlichen hinter einer Alten in irgendeinen Hinterhof, eine Treppe hoch, Schuhe ausziehen und rein in die kleine Stube. „Was wollt ihr? Dollar oder Yen? Yen ok! Da sassen wir im Kreis und zählten uns die Finger wund mit Won und Yen. So fertig, nix wie zurück zum White House.

 



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