Lebensgeschichte – 26

 



 

 

SUROY-SUROY’S GESCHICHTE VON 1976 BIS 2009

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Michael blieb in Manila und wollte dann weiter nach Boracay und dort wollten wir uns wieder bei Willy treffen. Ich flog nach Cebu und mein Liebling holte mich am Flughafen ab. Werner hatte den Trimaran mittlerweile von der Ouano Wharf weiter nach Cebu City Stadt verlegt. Dort lagen jetzt drei Yachten und Zugang hatte man über ein Firmengelände was irgendwas mit Stahl- und Maschinenbau zu tun hatte. Ich wollte eine Woche in Cebu bleiben und dann mit Liebling nach Boracay fahren.

Yogi war noch in Talisay in der Beachcomber Bar und Charly hatte sich Arbeit gesucht (das Geld war alle) bei einem Fiberglas Betrieb, maulte aber herum wie wenig er für seine Arbeit bekommen würde. Werner sagte, dann solle er wieder zu ihm zurück kommen und wieder auf den Trimaran gehen. Als wir dann dort waren für zwei Tage, sagten die Arbeiter von der Stahlfirma, wir sollten aufpassen, da wollten nachts ein paar Banditos aufs Boot kommen um es und uns auszurauben. Charly putzt den Schiessprügel und schiesst dabei durch die Decke. Grosses Gemecker von Werner. Zum Glück war gerade keiner oben auf Deck, sondern alle in den Kabinen. Na ja, in der Nacht kam keiner.

Horst der gegenüber von der Beachcomber ein Haus gemietet hatte, hatte eine Phase wo er nüchtern war und hatte sich auf dem kleinen Markt in Talisay einen Platz gemietet und ein „Restaurant“ aufgemacht. Er machte Spätzle selber. Seine Frau, ich weiss nicht mehr wie sie hiess, sie hatten auch einen kleinen Sohn, hatte sich einen dicken Wälzer besorgt mit geheimen Zauberrezepten und war zuhause am Zaubertränke kochen. Ich habe mal einen Blick hineinwerfen können, soweit ich mich erinnern kann, war das Buch in Visayan oder Cebuano (Dialekt) geschrieben und hatte auch Zeichnungen. Es war ein sehr grosses und schweres Buch. Wahrscheinlich stammte es von den Hexen und Zauberern von der Insel Siquijor. Und sie sah auch immer mehr aus wie eine Hexe. Solche Augen habe ich später nur noch einmal gesehen, das war Jahre später in Cagayan de Oro, an der Frau von einem Australier. Die beiden hätten Schwestern sein können.

Werner wollte mit nach Boracay. Michael hatte dort bei Willy eine Hütte am Strand und für Werner und für uns waren auch noch Hütten frei (ja, das waren noch Zeiten). Es waren einfache Hütten mit Petroleumleuchten und einem Wasserkübel zwischen den Hütten, aber die Hütten hatten alle eine kleine Veranda von wo man den wundervollen Sonnenuntergang beobachten konnte. Am späten Nachmittag, nicht weit von unseren Hütten baute jeden Abend ein Filipino seine Strandbar auf. Das Bier gab es aus Eisboxen und die Musik kam von einer Anlage die mit einer Autobatterie betrieben wurde. Wir haben dort schöne lange Abende verbracht. Einfaches Essen gab es bei Willy oder auch weiter weg gab es einige kleine Bambushütten Restaurants.

Mein Liebling und Werner mussten ja das Teufelszeug von Magic Mushrooms (Pilze die auf Wasserbüffelkot wachsen) probieren. Sie sollen berauschen und soetwas wie natürliches LSD sein oder dessen Wirkung haben. Mein Liebling bestellte ein Magic Mushroom Omelett, es gab auch Magic Mushroom Nudelsuppe. Als sie nach 30 Minuten noch nichts verspürte, ass sie noch eines. Das hätte sie besser bleiben lassen sollen. Sie bekam in der Nacht einen Farbenkoller und Angstzustände. Wir hatten in unserer Hütte an der Wand eine handgeschnitzte bemalte Maske hängen und immer wenn sie die Augen aufmachte kam diese Fratze auf sie zu und sie hat getobt und geweint und nach Mama gerufen. Ich musste die Maske abhängen und nach draussen stellen. Das war eine schreckliche Nacht. Einen Vorteil hatte es allerdings, bis zum heutigen Tage hat sie nie wieder irgendetwas berauschendes angefasst oder zu sich genommen, außer Schnaps, Bier und Zigaretten. Werner lief noch am nächsten Tag grinsend und kichernd durch die Gegend und meinte er hätte mich noch nie so braun gesehen.

Irgendwann war auch diese schöne Zeit vorbei und wir mussten wieder nach Cebu. Liebling ging wieder nach Cagayan de Oro und ich wieder zurück nach Manila wo ich wieder mit Michael zusammentraf.

Wieder zurück nach Hong Kong an die Arbeit.