Lebensgeschichte – 30

 



 

 

SUROY-SUROY’S GESCHICHTE VON 1976 BIS 2009

30

 

1982/1983 – Hong Kong – Tokio – Seoul – Philippinen – Ausflug nach DE

 

Es war immer der gleich Trott. In Hong Kong fing die Reise an über Seoul weiter nach Japan, wieder zurück nach Seoul und dann Hong Kong. Hong Kong war immer gut, da war Abrechnungstag.

 

Wo sonst als wieder im „Sportsman’s Club“, in Itaewon, gleich an der Strasse hoch zum Hooker Hill. Ich hatte mir einen Thekenplatz mit Hocker gleich am Eingang, mit der Tür im Rücken, organisieren können. Es war ein Wochenende und die Bude war voll, ganz Itaewon war voll. Eine kleine, zierliche Koreanrin auf der mir gegenüberliegenden Seite an der Theke erregte meine Aufmerksamkeit und ich schaute öfter zu ihr herüber. Dann plötzlich war sie verschwunden und ich konnte sie in der Menschenmenge nicht mehr sehen. Auf jeden Fall da wo sie vorher gesessen hatte war sie nicht mehr. Nachdem ich mir den Hals verrenkt hatte um sie zu sehen ein zaghaftes „Hi“ neben mir. Da hatte sie sich von der anderen Thekenseite bis zu mir hin durchgekämpt obwohl die Leute in zwei- und dreier Reihen vor der Theke hockten und standen. Dann begann das übliche „What is your name“ Ritual und eine Einladung zu einem Drink von meiner Seite. Ihr Name sei Meeyong. Sie war wirklich petite und sehr hübsch. Es dauerte aber nicht lange, dann fragte sie, ob wir nicht lieber wohin gehen können wo nicht soviel los ist. Spätestens da dämmerte es dann, das sie ihr „Opfer“ für diese Nacht gefunden hatte. Mee-yong hatte noch Schlitzaugen.

Schon damals gefielen den Mädchen und Frauen in Korea, ihre für mich so wunderschönen Schlitzaugen nicht, wie den meisten Filipinas ihre braune Haut nicht. Man sah in den Straßen immer wieder Frauen die ein Auge verbunden hatten. Die waren dabei sich die Augen zu großen Kulleraugen, wie in den Manga-Magazinen, operieren zu lassen. Ich fand es damals schon schade darum.

 

 

Wir stiegen meistens im Crown Hotel ab, das lag etwas abseits von Itaewon, aber gleich um die Ecke, fünf Minuten mit dem Taxi oder aber im damals noch nicht renovierten Hamilton Hotel. Am und im Pool wurden fröhliche Partys gefeiert. Dort gab es grosse, schwarze Strassenkreuzer Taxis, diese mussten mit Dollars bezahlt werden. Dafür hatten wir dann immer Dollar Kleingeld in der Tasche. Bevor wir zum Hotel fuhren, gingen wir noch die kleinen Gassen in Itawon am Hooker Hill hinunter. Dort gab es alles was man frittieren konnte auf der Strasse an Ständen. Wir nahmen Tintenfisch- und Zwiebelringe mit. Mir gefiel diese kleine Meeyong und wir verabredeten uns wieder. Für einige Zeit wurde sie meine Freundin wenn ich in Seoul war. Sie hatte ein kleines Zimmer bei einer Mamasan direkt auf dem Hooker Hill. Wenn ich nur einen oder zwei Tage in Seoul war, dann zog ich einfach bei ihr ein und bezahlte an Mamasan einen kleinen Wohnanteil. Es waren noch einige mehr Zimmer und Mädels dort. Es gab einen Innenhof wo die Mädels ihre Wäsche wuschen oder ihre Mahlzeiten kochten. Die Vorderwand des kleinen Zimmers bestand aus einem festen Fenster und einer typischen koreanischen Schiebetür. Ihr Zimmer war ein kleines Puppenhaus mit einem wunderschönen weichen Bett. Da hätte ich immer wohnen können, das war wie in einer Traumwelt. Es war eine Traumwelt. Später dann wollte sie ein anderes Zimmer, in etwas „besserer“ Gegend, in einem Privathaus fand sie dann etwas. Wir hatten eine schöne Zeit wenn ich da war. Wir sind ausgiebig shoppen und essen gegangen. Wir haben den Hügel mit dem Fernsehturm zu Fuss erklommen, einen Höhenunterschied von 250 Metern (davon war sie nicht begeistert), sind mit dem Aufzug hochgefahren und haben dort im sich drehenden Restaurant mit Blick auf die riesige Stadt gegessen. Damals gab es in Seoul schon ein riesiges Shoppingcenter, das Lotte. Irgendwann geht eine schöne Zeit immer zu Ende.

 

 

Bei einem meiner zwischenzeitlichen Besuche auf den Philippinen kam ich wieder nach Cebu. Werner sagte mir in Cebu City, dass er seinen Trimaran verkauft habe, aber dem Besitzer nicht ausgeliefert hat. Er hatte ihn versteckt. Das war ein geniales Versteck für ein Boot, mitten im Hafen von Cebu City, aber man konnte das Boot von der Stadtseite nicht sehen. Vom Hafen in Richtung Talisay befinden sich einige kleine Inseln zwischen Mactan und Cebu. Eine davon ist mit Brennstofftanks bebaut. Eine andere kleine Insel mit dem Namen Kawit Island ist einfach dort vergessen worden. Ab 1917 war sie als Quarantäne Insel genutzt worden, dort gibt es noch einige halb verfallene Gebäude. Die Insel ist unbewohnt. Hier hatte Werner den Trimaran auf der von Cebu abgewanden Seite der Insel versteckt und fuhr dort mit dem Dingy mit Aussenbordmotor hin. Ich war einen Tag auf der Insel. Die Insel ist heute mit dem Landgewinnungsproject zwischen Talisay City und Cebu City aufgegangen.

Der Name Kawit Island ist noch zu finden im linken, unteren Viertel der Karte.

 

 

Bei einem meiner weiteren Besuche in Cagayan kam uns zu Ohren, dass nicht weit vom Elternhaus von Liebling, etwas weiter hoch ein Haus zu verkaufen sei, dass aussieht wie eine Burg, mit Zinnen und Türmchen und eingelassenen Balkonen und mit einen 180° Blick auf die Stadt von Cagayan de Oro City, der Macajalar Bay und den Bergen von Bukidnon. Wir gingen uns das mal ansehen und die caretaker Familie lies uns ein. Das Haus war sehr vernachlässigt und reperaturbedürftig. Zum Haus gehörte auch eine eigene Kapelle. Die Besitzerin sollte eine etwas eigenartige Frau sein, die in einem Haus in der Stadt wohnte. Von de Kapelle ging ein ungepflegter Weg zu einer Mauer mit einem grossen übermauerten Tor. Von dort vielleicht nochmal 20 Meter bis zum Eingangsportal, ich sage Portal weil das keine Eingangstür war, sondern ein Portal mit Säulen. Nachdem die Tür aufgeschlossen war kamen wir in eine kleine Vorhalle mit demoliertem Springbrunnen. Daran schloss sich ein weiterer Raum an der in Holz getäfelt war, aber leider hatten hier Wassereinbrüche für Schäden gesorgt. Hier gab es eine hölzerne, aus Naraholz, geschwungen freie Treppe nach oben. Unter der Treppe and der Wand stand ein riesiger Esstisch mit Stühlen. Weiter war unten eine Küche, daneben ein Badezimmer mit gekachtelter Badewanne. Daneben war ein Durchgang mit kleinen Zimmern für Hausmädchen und Fahrer. Im Anschluss daran kam man in die offene Garage. Ging man nun die schöne Holztreppe hoch, kam man in einen offenen Raum der mit schweren Holzdielen ausgelegt war. Die Treppe und dieser Raum waren soweit in Ordnung. Links von der Treppe gab es eine Tür die auf einen Balkon führen sollte, aber der war laut dem caretaker aus Holz gewesen und schon vor langer Zeit abgefallen. Rechts nebender Tür war der Turm mit kleinen Fenstern, aber der war mehr oder weniger nur zur Zierde da. In der Decke des Turms hingen etliche Fledermäuse. Auf der zur See liegenden Seite gab es einen eingebauten Balkon, wie ein Zimmer, nur eine Seite offen, mit Ausblick über die Stadt und die Bucht. Es gab zwei Schlafzimmer im oberen Stockwerk. Ein kleines mit ebenfalls einem eingebauten Balkon, aber diesmal in Richtung Kapelle und Berge. Das andere Schlafzimmer war das „Schlossherrenschlafzimmer“, mit eigenem Badezimmer und einer riesigen Terrase über der Vorhalle mit Zugang vom Schlafzimmer und auch dem grossen Treppenraum. Im Schlafzimmer stand ein altes hölzernes Bettgestell,eines von der Sorte so dass man einen Baldachin aufhängen konnte. Ich war begeistert von der Burgruine.

Wir wollten die Besitzerin sprechen ob sie uns das Haus nicht vermieten wollte. Wir haben uns dann am Ende so geeinigt, dass wir es mieten können so lange sie keien Käufer für das Haus gefunden hat, aber nicht länger als ein Jahr. Der monatliche Mietpreis damals Anno 1982 war 300 Pesos. Wir mussten noch eine Rohrleitung von der Forstverwaltung reparieren lassen und schon hatten wir fliessend Wasser. Das im Schlafzimmer bei Regen die Wände herunterlaufende Wasser konnten wir mit einfachen Mitteln nicht beheben. Das war dann halt so. Da waren die Dachrinnen zu klein geplant worden. Die waren nicht gross genug die Wassermengen aufzunehmen bei einem tropischen Schauer. Die Löcher im Dach konnten wir flicken, dann brauchten wir auch nicht das Bett während der Nacht bei Regen hin und her zu schieben. Das Bett bekam eine neue Matratze und einen schönen Baldachin. Am Anfang waren Liebling und ich alleine in dem Haus. Natürlich hatten uns alle vor dem Haus gewarnt. Da würde der Geist des verstorbenen Mannes der Besitzerin umgehen. Überall fanden sich in den eingebauten Schränken oder an den Wänden noch alte Fotos und Bilder des Verstorbenen. Gleich in der ersten Nacht ging es schon los. Wir hatten uns schon zur Ruhe begeben, da war unten im Esszimmer ein fürchterlicher Radau. Liebling war schon unter der Bettdecke verschwunden. Ich mit irgendeinem Knüppel in der einen Hand und einer Taschenlampe in der anderen barfuss auf die Treppe und dann nach unten. Es war mucksmäuschenstill jetzt. Ich leuchte mit der Taschenlampe durch den Raum. Nichts zu sehen. Dann leuchte ich an die Wand. Da blieb aber dann doch die Pumpe fast stehen, etliche Paare von gelben Augen schauen mich von der vertäfelten Wand an. Toko. Eine grosse Gecko Art die auf den Philippinen weitverbreitet ist und im und ums Haus herum wohnt, aber auch in Bäumen. Später stellten wir fest, dass hinter der Vertäfelung Hohlräume waren wo sich die Geckos tagsüber versteckten und durch Löcher nachts heraus kam. Das Laufen auf der Vertäfelung und die Hohlräume dahinter hatten die Geräusche in dem stillen Haus verstärkt. Es handelte sich hier um den Tokee Gecko der auch über ein sehr lautes Organ verfügt und mit seinen zuerst lauten und dann abschwellenden To-ke Rufen den Schlaf rauben kann. Aber was die wohl alleine an Ungeziefer weggefressen haben an einem Tag.