Lebensgeschichte – 32

 



 

 

SUROY-SUROY’S GESCHICHTE VON 1976 BIS 2009

32

 

Philippinen – Hong Kong – Süd-Korea – Japan

 

Nachdem Yogi und Charlie nicht mehr in Cagayan de Oro waren, war es in unserer Burg leise geworden.

Als ich wiedermal von Hong Kong nach Cagayan de Oro zu Besuch kam um Liebling zu sehen, hatte ich auf anraten von Liebling eine Menge Stoffbahnen mitgebracht. Sie wollte sich mit dem Schneidern versuchen. Dazu wurden dann zwei Damen, die das konnten, mit ihren eigenen Nähmaschinen angeheuert. Die beiden Frauen bauten ihre Nähmaschinen im oberen Stockwerk, in dem grossen Raum, wo die Treppe mündete, auf. Hier sah es dann in kurzer Zeit aus wie in einer Schneiderei. Die ersten fertigen Blusen, Kleider und Röcke hingen in kurzer Zeit auf Bügeln.

Zu dieser Zeit lernte ich meinen neuen Freund Albert kennen. Albert war gekommen um seine Brieffreundin zu sehen und zu BLEIBEN. Sie hatten ein kleines Haus in der Nähe derEltern seiner Freundin im Ortsteil Lapasan bezogen. Ich will mal kurz darauf zu sprechen kommen wie Albert auf die Philippinen kam. In Deutschland war Albert wohnhaft in Neustadt i.d. Oberpfalz. Er hatte eine verheiratete Schwester in Kalabrien, die Provinz auf der Stiefelspitze von Italien. Dort war Albert mit seinem VW Scirocco hingefahren und hatte dort beschlossen auf die Philippinen zu fliegen um seine Brieffreundin zu sehen. Hier hatte er beschlossen in Cagayan de Oro zu bleiben. Ich kann mir gut vorstellen was aus seinem Scirroco nach drei Tagen da unten geworden ist. Er hatte ihn auf einem offen Parkplatz abgestellt. Albert war Automechaniker oder Karosseriebauer und war dabei, sich aus surplus (so genannter, meist aus Japan und Korea stammender Autoschrott mit Chassis, Motoren und all den Sachen, aus denen ein Auto besteht) einen kleinen Lastwagen zusammenzubauen um ins Speditionsgeschäft einzusteigen.

Albert war oft bei uns auf der Burg nachdem es Ärger mit seiner Freundin gegeben hatte und wohnte einige Zeit bei uns. Er hatte ein Kurzwellensendegerät mit dabei und hatte eine 22 Meter lange Antenne in die Bäume gehängt und spielte nun mit dem Sender herum. Dabei sassen wir auch in dem Raum, war ja gross genug, wo die Frauen am Nähen waren. Albert alberte herum und rief immer die Russen an. Natürlich hat sich keiner gemeldet. Irgendwann gab es dann mal Ärger mit den Schneiderinnen wegen unsauberer Arbeit. Am darauffolgenden Tag, Albert und ich waren alleine im Haus. Liebling war in die Stadt gefahren irgendetwas zu erledigen. Albert sitzt im grossen Raum und spielt mit seinem Sender. Ich sitze auf dem Balkon mit Aussicht auf Camiguin und liess es mir einen schönen Tag sein und höre unten am Haus etwas rascheln. Ich beuge mich über das Geländer und sehe unten einige Soldaten in Kriegsausrüstung ums Haus robben. Aber die sehen mich, eine Etage, höher nicht. Clevere Bürschchen. Ich leise zu Albert und sag ihm, wir hätten Besuch. Albert reisst den Sender von der Antenne, schmeisst das Kabel aus dem Fenster in den Garten und den Sender, ich weiss nicht mehr wohin. Da klopft es dann auch schon an der Tür (Portal). Davor stehen ein Commander und seine Truppe und begehren Einlass. Sie hätten gehört, hier wären Spione und ob sie sich mal umsehen können. Sicherlich durften sie das, oder wie sollte ich das verhindern? Sie fanden dann die grosse Kiste mit den Projektoren und waren begeistert. Dann wollten sie unsere Pässe sehen und wir wurden „eingeladen“ mit zu ihrer Kaserne zu kommen, um die Sache zu klären. Irgendwo hatten sie ihren Jeep versteckt mit dem sie gekommen waren. Wir und die Kiste wurden eingeladen und ab ging es. War gar nicht weit, gleich in Lapasan ist ein Hauptquartier und dort fuhren wir hin. Erst später erfuhr ich, dass es sich um die Polizei handelte, die dort ihr Hauptquartier haben. Dort wurden wir dem Häuptling vorgeführt und durften uns setzen und wurden dann von ihm verhört. Zuerst begutachtete er unsere Pässe und stellte zu seinem Erstaunen fest, dass wir beide gültige Visa hatten. Dann kam das Gespräch darauf, mit einem Funkgerät die Russen angefunkt zu haben. Was wir beide verneinten, wie er denn auf so etwas komme. Die Kiste wurde geöffnet und ich erklärte was das alles ist und was damit gemacht worden war. Beweise hatte er ja keine und nach einer Weile konnten wir dann wieder GEHEN. Diesmal wurden wir nicht wieder zurückgefahren, nein. Also machte ich wieder die Kiste zu und das Schloss daran und sagte ihm, wir würden sie noch heute wieder abholen kommen und vielen Dank für die nette Einladung. Zuhause wartete Liebling und dachte schon wir sind einen Heben gegangen. Als wir ihr die Geschichte erzählten war sie stinkesauer auf ihre beiden Schneiderinnen, denn woher sonst sollte diese Geschichte kommen.

Also stürmte mein Liebling, immer noch stinkesauer, mit uns im Gefolge, wieder ins Camp, ins Office vom Häuptling und wollte von ihm wissen, was das Ganze auf sich hätte. Dabei kam dann heraus, das eine der Schneiderinnen seine Cousine ist und wir ihr ihren Lohn vorenthalten würden. Daraufhin erklärte Liebling dem Guten, das seine Cousine eine schlechte Arbeit abgeliefert hätte und die Sachen teilweise nicht verkauft werden könnten. Er darauf, aber seine Cousine hätte gesagt, alle gefertigten Kleidungsstücke wären bereits verkauft und sie will ihr Geld. Daraufhin hat Liebling ihm dann gesagt, die Sachen wären an verschiedenen Stellen in Kommission geliefert aber noch nicht verkauft und bezahlt. Sie würde jetzt die Sachen dort abholen und sie hierher bringen. Wir blieben dort und schauten uns etwas im Camp um. Bald darauf kam Liebling wieder mit den Kleidungsstücken. Dummes Gesicht vom Häuptling und seiner mittlerweile eingetroffenen Cousine. Dann habe ich noch einige besonders gut gelungene Stücke, wo jeder Laie sehen konnte, das sie vernäht waren, heraus gesucht und ihm die Mängel gezeigt und dann gefragt ob er denn diese guten Stücke, die doch seine Cousine gefertigt hat, nicht kaufen möchte und seiner Frau schenken wolle. Er wollte dann von der ganzen Angelegenheit nichts mehr wissen und Liebling solle alles wieder einpacken und die Sache wäre damit erledigt und wir könnten gehen.

Da hatte er gewaltig an Gesicht verloren durch seine Cousine und ich möchte nicht wissen, oder doch? wWas er der erzählt hat, nachdem wir weg waren.