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Lebensgeschichte – 40

 



 

 

SUROY-SUROY’S GESCHICHTE VON 1976 BIS 2009

40

 

1984 – Philippinen – Tagesausflug nach Marawi City

 

 

Nach Neujahr wollte ich unbedingt mal Marawi City besuchen. Ich überredete Liebling, die sich zuerst dagegen wehrte und David wollte auch mit. Wir fuhren morgens vom Busterminal vom Agora Market in Cagayan de Oro nach Iligan. Dort stiegen wir auf einen Jeepney nach Marawi City um. Auf der Fahrt viel auf, dass es von einer unsichtbaren Grenze ab keine Kreuze mehr zu sehen waren, sondern nur noch Halbmonde. Ansonsten war nichts Auffälliges zu bemerken.

Bei der Einfahrt in die Stadt fielen uns viele zerstörte Häuser auf in denen aber noch Familien wohnten. Es fehlten ganze Aussenwände. Ich hatte so etwas noch nicht gesehen und musste an Beirut denken, eben nur kleiner. Der Jeepney hielt am Markt an und wir stiegen aus. Es war schon Mittag und wir wollten etwas essen. Da Liebling sich in Marawi auch nicht auskannte, sprach sie einen nicht entfernt stehenden Polizisten an. Der schaute aber böse drein und liess uns schon mal spüren das wir hier nicht willkommen waren. Aber er zeigte zumindest in einiger Entfernung auf ein Haus.

Wir gingen dorthin und Liebling fragte nach ob wir dort etwas zu Essen bekommen könnten. Eine Frau etwa im gleichen Alter wie Liebling kam durch eine Tür um wohl nachzuschauen wer da sei. Die Frau und Liebling schauten sich kurze Zeit gegenseitig an, dann fielen sie sich gegenseitig in die Arme mit „Was machst Du denn hier?“ und „Wo kommst Du denn her?“ Gleich danach schaute sie zu uns beiden Langnasen herüber und fragte Liebling: „Warum hast Du die beiden hierher gebracht?“ David hatte das mitbekommen und ich sah, wie er kreidebleich wurden. Er fragte mich dann auch warum ich ihn dorthin gebracht habe. Ja, was sollte ich ihm darauf antworten. Ich sagte ihm alleine hätte ich mich nicht getraut. Die Frau war eine Freundin von Liebling, sie sind zusammen in einer Klasse im Lourdes College zurSchule gegangen. Jetzt wäre sie hier mit einer Persönlichkeit der Stadt verheiratet. Die beiden hatten sich aus den Augen verloren und viele Jahre nicht mehr gesehen. Sie wolle uns aber erstmal schnell etwas zu Essen machen.

Beim Essen erklärte sie sich dann bereit uns mit ihrem Wagen die Stadt und den See zu zeigen. Wir hätten dann nichts weiter in der Stadt zu befürchten, da das Auto bekannt sei. Allerdings müssten wir uns entscheiden vor dem Abend die Stadt zu verlassen oder im MSU (Mindanao State University) im Gästehaus zu übernachten und auf keinen Fall die Zimmer zu verlassen. Da uns das wie einem Rauswurf aus der Stadt gleich kam entschieden wir uns um vier Uhr den letzen Jeepney nach Iligan zu nehmen und dort über nacht zu bleiben. Aber die Einladung zu einer kostenlosen Stadtrundfahrt nahmen wir an. Sie zeigte uns den See, die Moschee und die Universität alles andere hielt sie wohl für nicht sehenswert. Wir wollten in keinem Falle auf eigene Faust in der Stadt umherstreunen. Nach dem Besuch der Universität brachte sie uns zur Jeepneystation und wartete so lange bis wir abfuhren. Ich denke der Ausflug war doch gefährlicher geworden als gedacht und eine gute Fügung hat uns zu dem Haus der Klassenfreundin von meinem Liebling gebracht.

(Auch auf Einladung von einigen Moslems die wir viele Jahre später in Cagayan kennen lernten, habe ich bis heute die Stadt nicht wieder besucht.)

Einige Tage später verabschiedete sich David von uns und wir brachten ihn zum Lumbia Flughafen. Leider haben wir David nie wieder gesehen und auch keinen Kontakt mehr gehabt.

Liebling musste nun einen Reisepass haben, damit wir die Reise zu meinen Eltern inDeutschland machen konnten. Als erstes gingen wir zur Stadtverwaltung. Das Büro, dass die Pässe ausstellte war in einem Penthouse oben auf dem Dach der Stadtverwaltung. Dort hatte man einen wunderbaren Ausblick über den Cagayan Fluss und den Ortsteil Carmen auf der gegenüberliegenden Uferseite. Liebling bekam ein Antragsformular was wir gemeinsam ausfüllten und wollte man noch eine Geburtsurkunde sehen. Nichts einfacher als das habe ich gedacht, nachdem man uns zum Standesamt im Keller des gleichen Gebäudes geschickt hatte. Liebling musste ihr Geburtsdatum aufschreiben und nach einer Weile bekam sie einen Ordner mit dem Jahrgang in die Hand gedrückt um selber zu suchen. Ihr könnt Euch schon vorstellen was jetzt kommt. Es war keine Geburt eingetragen. Entäuscht zogen wir wieder nach Hause um ihre Mama zu befragen. Dabei stellte sich dann heraus, dass sie in einem kleinen Ort bei Gingoog geboren wurde. Am nächsten Tag machten wir uns schon am frühen Morgen mit einem befreundeten Taxifahrer zu einem „spezial“ Preis auf nach Gingoog. Dort wurden wir in der Stadtverwaltung aber auch nach stundenlangem suchen nicht fündig. Also fuhren wir unverrichteter Dinge wieder zurück nach Cagayan de Oro. Langsam dämmerte es, dass sie wohl gar nicht registriert wurde und zumindest für die Behörden nicht existierte. Wir beschlossen nach Manila zu gehen und dort am Reisepass zu arbeiten.

In Manila angekommen gingen wir zu der Travel Agency die mir immer dabei behilflich gewesen war, mein Visum zu verlängern oder auch mal einen overstay wieder gerade gebogen hat. Leider konnten die uns mit dem Pass für Liebling nicht helfen. Etwas weiter in einem anderen Reisebüro wollte man 2,000 Peso und Passbilder haben. Name und Geburtsdatum wurden niedergeschrieben und wir mit dem Versprechen verabschiedet, in zwei Wochen zur Passabholung wiederzukommen. Dem Spektakel glaubte ich nun gar nichts und sah meine zweitausend Pesos den Bach runtergehen. Wir hatten nun zwei Wochen nichts zu tun und beschlossen wieder mal Puerto Galera und Fisherman’s Cove zu besuchen.

 



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