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Lebensgeschichte – 41

 



 

 

SUROY-SUROY’S GESCHICHTE VON 1976 BIS 2009

41

 

1984 – Philippinen – Manila – Puerto Galera

 

 

Wir nahmen frühmorgens einen Bus vom Lawton Busterminal nach Batangas. Soviel ist da nicht mehr in meiner Erinnerung um die Fahrt zu beschreiben. Das erste Stück geht eintönig über die Autobahn stadtauswärts an Industrieanlagen vorbei. Wenn die Autobahn dann zu Ende ist geht es über Landstrassen weiter bis Batangas. Schon in Manila steigen Leute mit in den Bus die versuchten uns in irgendwelche Bungalow Anlagen auf Puerto Galera zu locken. Da wir aber wussten wo wir hinwollten hatten sie keine Chance bei uns. Wir waren früher schon mal bei Cesar im Fisherman’s Cove gewesen und da wollten wir auch wieder hin. In Batangas angekommen gingen wir auch gleich auf das nächste Schiff was nach Puerto Galera fuhr. Die Überfahrt dauerte nicht lange, war aber wie immer wieder faszinierend wenn man durch die erste Enge Passage in diesen natürlichen Hafen einfährt.

 

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Das Ufer mit Palmen bestandenen Stränden, das klare Wasser und dann der kleine Hafenort Puerto Galera. Einfach malerisch.

Fisherman’s Cove liegt etwa einen Kilometer vom Ort Puerto Galera in Richtung ‚White Beach“. Das Stück konnten wir laufen. Wenn man aus dem Ort heraus kommt, geht es eine kleine Anhöhe hoch, dann noch einige Kurven der Strasse und man ist schon da. Wir wurden von den Angestellten herzlich willkommen geheissen. Cesar war noch nicht da, denn der musste noch seine Stunden in der Gemeindeverwaltung von Puerto Galera absitzen. Damals war die Anlage ziemlich klein. Es gab eine grössere Hütte mit vier Zimmern und einige kleine Bunglow Hütten an einem winzigen Strand und einem kleinen Blumengarten. Ansonsten war das Ufer mit Mangroven bewachsen. Das gefiel mir persönlich besser als die Strände am ‚White Beach‘. Hier war alles sehr rustikal aber familiär und wir fühlten uns wohl hier. Die Bedienung fragte schon immer frühzeitig ob wir zum Essen da sein werden und was sie kochen sollte und für kaltes Bier war immer gesorgt.

 

 

Am nächsten Tag wollten wir gleich in die Berge zum Manyan Dorf und zum Goldwäschererfluss. Cesar erklärte uns am Abend den Weg. Das Dorf der Manyan war nichts besonderes. Es ist zu dicht am Ort und dadurch sind die Ureinwohner von Mindoro zu viel beeinflusst. Die Regierung hatte ihnen beim Hausbau geholfen und es gab auch eine Schule. Die Farbe für den Anstrich war wohl gestiftet worden. Alle Häuser waren blau angestrichen. Wir hatten beim Aufstieg einige Male eine hervorragende Aussicht auf Puerto Galera und die Wasserstrasse und in der Ferne Batangas. Wir fragten nach dem Weg zum Fluss und wo wir Goldwäscher treffen könnten. Wir machten uns auf den Weg. Nur wenn ich das gewusst hätte, was da auf mich zu kam, wäre ich umgekehrt und den gleichen Weg wieder zurückgegangen. Aber nichts ahnend marschierte ich mit Liebling los. Plötzlich sah es so aus als ob der Weg einfach endete. Bei genauerem hinsehen konnte man erkennen, dass der Weg einfach nur nach unten führte und man hörte auch Wasser rauschen. Ausweichen konnte man auch nicht, zurückgehen oder den Weg zum Fluss nehmen. Von nun an führte der Weg durch den Fluss bergab. Mal mehr oder weniger wild aber für mich sah das alles gefährlich aus. Da man aber einen Weg erkennen konnte, mussten hier ja Leute gegangen sein und der Weg benutztwerden. Mal war es ziemlich einfach, ein anderes Mal mussten wir durchs Wasser und in ein Meter Höhe über uns meterhohes Felsgestein. Das war ein beklemmendes Gefühl. Wir trafen auf die Goldwäscher. Mit primitivsten Mitteln wuschen sie hier das Gold aus dem Fluss. Mit provisorischen Wasserleitungen aus Bananenstämmen die wie Halbrohre zusammengelegt waren wurde Schlamm und Gestein mit Wasser auf Rutschen und Schüttelsiebe geleitet wo am Ende das ausgewaschene Gold übrigbleiben sollte. Nachdem wir alles gesehen hatten machten wir uns weiter auf den Weg flussabwärts. Die Goldwäscher hatten gesagt wir müssen nur dem Weg im Fluss folgen. Das wurde immer abenteuerlicher und ich fragte mich immer wieder auf was ich mich da eingelassen habe.

 

 

Irgendwann kamen wir aus den Bergen heraus und wir waren unten. Der Fluss wurde weiter. Ich hatte schon wieder meine Sportschuhe an, nachdem ich von den Plastiksandalen gewechselt hatt und mir taten die Beine vom Klettern weh. Wir mussten aber nochmals auf die andere Seite. Mein Liebling ist ganz schön zäh, wenn sie was will, dann will sie es. Nach meinem Gejammer schon wieder die Schuhe wechseln zu müssen, nahm sie mich kurzerhand auf ihren Rücken und trug mich durch den Fluss. Hoffentlich hat mich da keiner gesehen, oh Mann. Nun waren wir an der anderen Seite von Puerto Galera herausgekommen, an der Strasse nach Calapan. Nach diesem Marsch hatten wir uns erstmal ein kaltes SM verdient, besonders Liebling. Ich hatte mir geschworen, so etwas mach ich nicht noch einmal mit.

Abends waren wir dann wieder im Fishermen’s Cove und es waren neue Gäste angekommen. Nach kurzem beschnuppern sassen wir zusammen mit Norbert (genannt Santa Klaus, wegen seines langen Bartes bis in Kniehöhe) aus Kiel und Hubertus aus Neumünster beim nächsten kühlen Bier. Es wurden bis spät in die Nacht Geschichten erzählt. Der nächste Tag war dann lange ausschlafen.

 



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